13.05.2015 | Integration

GdW präsentiert Studie zu Mietern mit Migrationshintergrund

GdW-Präsident Axel Gedaschko forderte die Politik auf, dem Thema einen höheren Stellenwert einzuräumen
Bild: GdW

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. hat eine Studie präsentiert, die sich mit Mietern mit Migrationshintergrund befasst und Handlungsempfehlungen für Wohnungswirtschaft und Politik gibt.

Die Studie wurde vom Gewos Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH im Auftrag des GdW erstellt und untersucht die Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Integration aus der Perspektive der wohnungswirtschaftlichen Praxis. Wohnungsunternehmen aus ganz Deutschland wurden dafür befragt. Die Ergebnisse zeigen, was viele Wohnungsunternehmen bereits vor Ort leisten und geben Hinweise darauf, was von der Wohnungswirtschaft und der Politik noch zu tun ist.

Erfolgsfaktoren für die Integration im Quartier erarbeitet

Aus der Studie können zehn Erfolgsfaktoren abgeleitet werden, die für die Stabilisierung multiethnischer Quartiere entscheidend sind. Zu diesen Erfolgsfaktoren gehört beispielsweise die Akzeptanz der Vielfalt auf allen Ebenen der Unternehmensorganisation. Ein ebenso wichtiger Faktor ist das Verständnis von Quartiers- und Sozialmanagement als selbstverständlicher Aufgabe der Wohnungswirtschaft. Auch ist es von Bedeutung, dass Integrationsmaßnahmen in Quartiersmaßnahmen eingebettet werden – Angebote für Mieter mit Migrationshintergrund sollten nicht als "Spezialmaßnahmen" zur Integration deklariert werden, sondern die gesamte Mieterschaft ansprechen. Weitere Erfolgsfaktoren sind u. a. ein systematisches Quartiersmonitoring, die Präsenz von Mitarbeitern im Quartier, die Förderung von interkulturellen Kontakten und die Nutzung bestehender Netzwerke.

Forderungen an die Politik

GdW-Präsident Axel Gedaschko forderte die Politik auf, dem Thema Integration einen noch höheren Stellenwert einzuräumen. "Dazu ist aus Sicht der Wohnungsunternehmen ein einheitliches Vorgehen notwendig. Bisher agieren die Städte integrationspolitisch sehr unterschiedlich“, sagte Gedaschko. Dies sei insbesondere für Unternehmen problematisch, die in mehreren Städten aktiv sind. Änderungsbedarf sieht der GdW-Präsident auch bei der Ausgestaltung der aktuellen Fördermöglichkeiten, da die Förderung häufig zu knapp bemessen und auf zu kurze Zeitspannen befristet sei.

GdW-Mitglieder können die Studie in Kürze im Mitgliederbereich herunterladen. Interessierte Unternehmen und Städte können die Studie auf www.gdw.de kostenpflichtig bestellen.

In der Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft, Ausgabe 4/2015, sind mehrere Artikel erschienen, die sich mit Flüchtlingsunterbringung und Willkommenskultur befassen.

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Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Integration, Migration

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