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Wer spielt, streitet nicht: Mit Serious Games sollen Konflikte vermieden und Planungen greifbar gemacht werden Bild: Felix Borkenau

Transparenz und Teilhabe sind zwei aktuelle Schlüsselbegriffe für die Entwicklung in vielen Städten und Gemeinden. Wie sogenannte Serious Games als Methode beim Kommunizieren von Planungsgegenständen helfen oder Widerstände abbauen können, erklärt Thomas Knigge von der Knigge Marketing- & PR-Beratung aus Kiel.

Planungsaufgaben im Bereich von Neubau- oder Stadtteilentwicklungsvorhaben sind oft sehr komplex. Eine gute begleitende Kommunikation ist daher wichtig – wenn teils auch schwierig. Steht der Kiez erst sprichwörtlich Kopf, ist die Kommunikation schiefgelaufen. Das Ziel, die baldige Fertigstellung oder Inbetriebnahme, rückt in die Ferne. Dabei ist die nun erforderliche Krisenkommunikation erstens teuer und zweitens oft vermeidbar, sofern bestimmte Kriterien erfüllt werden.

Serious Games und Gamification

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Auf den ersten Blick wirken Begriffe wie Serious Games oder Gamification jedoch oft befremdlich. Wer Millionensummen in ein Quartier oder Bauprojekt investiert, denkt eher an Rendite oder die gesetzte Deadline. Das Wort Spiel ist bestenfalls ein technischer Ausdruck für Spielraum; aus dem Projekt- oder Zeitplan kennen es viele Praktiker (noch) nicht.

Dabei sind spielerische Elemente im Alltag weit verbreitetet: Ein einfaches Beispiel ist das Sammeln von Bonuspunkten beim täglichen Einkauf im Supermarkt. Selbst im Personalmarketing sind spielerische Elemente zu finden. In Zeiten des Fachkräftemangels richten Firmen wie Airbus, Brillux, Fresenius oder Tchibo ihre Arbeitgebermarke verstärkt auf den Nachwuchs aus – und Dienstleister wie die Hamburger Firma Cyquest GmbH helfen ihnen dabei. Sie verbinden Elemente aus dem Recruitment (hier: Eignungsdiagnostik) mit unterhaltsamen Elementen (Entertainment) zum "Recrutainment".

"Gamification ist dann erfolgreich, wenn eine Interaktion stattfindet und ein attraktiver Mehrwert geboten wird." Thorsten Doil, Geschäftsführer der Firma Appsynatics

 

Appsynatics hat für 60 Marketingclubs einen interaktiven Informations-Hub entwickelt. Genau wie beim Punkte sammeln im Supermarkt setzt das Berliner Start-up auf den spielenden Menschen, den "Homo ludens", wenn die Mitglieder des Berufsverbandes mit der neuen Lösung per Smartphone miteinander agieren und – statt Punkte – Fotos von Clubveranstaltungen sammeln.

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Eine ungekürzte Version dieses Artikels finden Sie in der DW 1/2018.

Schlagworte zum Thema:  Stadtentwicklung, Neubau, Wohnungswirtschaft, Krisenbewältigung, Kommunikation

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