Fusionsbehörde stimmt Hembla-Übernahme durch Vonovia zu

Schwedens Fusionskontrollbehörde hat grünes Licht für die Übernahme von Hembla gegeben: Damit ist Vonovia nicht nur Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern, sondern nach eigenen Angaben auch bald das größte schwedische Wohnungsunternehmen.

Mit der kartellrechtlichen Freigabe darf Vonovia wie bereits im September angekündigt 69,3 Prozent der Stimmrechte (61,2 Prozent des Grundkapitals) am schwedischen Wohnungsunternehmen Hembla für umgerechnet 1,14 Milliarden Euro kaufen. Damit ist der Mehrheitserwerb formal wirksam. Für die verbleibenden Hembla-Aktien muss der Bochumer Konzern noch ein öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten. Der Abschluss des Deals soll voraussichtlich in diesem November erfolgen, teilt das Unternehmen mit.

Mieteinnahmen steigen 2019 auf rund zwei Milliarden Euro

Nach dem Kauf des schwedischen Unternehmens Victoria Park im Jahr 2018 ist das der zweite Schritt von Vonovia auf dem schwedischen Markt. Nach Unternehmensangaben wird das Wohnungsportfolio mit der Akquisition von Hembla auf rund 38.000 Wohnungen in den drei größten schwedischen Städten Stockholm, Göteborg und Malmö steigen. Alleine Hembla hat 21.411 Wohnungen im Bestand.

Die Geschäfte laufen nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland gut, wie man an den jüngsten Quartalszahlen des Dax-Konzerns sieht. Für 2019 erwartet Vonovia ein operatives Ergebnis zwischen 1,17 und 1,22 Milliarden Euro. 2018 waren es nach einem starkem Wachstum bereits 1,13 Milliarden Euro. Die Mieteinnahmen sollen im laufenden Jahr auf bis zu 2,07 Milliarden Euro steigen. Das wären neun Prozent mehr als 2018. Vonovia hat in den vergangenen Jahren vor allem von den steigenden Mieten und modernisierten Wohnungen in den Großstädten profitiert.

Modernisiert und gebaut wird nur noch in Schweden?

Doch mit Modernisierungen in Deutschland soll jetzt erst einmal Schluss sein, hatte Konzernchef Rolf Buch bereits Ende 2018 nach Protesten von Mietern wegen der teils kräftigen Mieterhöhungen angekündigt. Künftig will Vonovia weniger Geld in die energetische Modernisierung deutscher Wohnungen stecken und neben laufenden Modulbauprojekten in Deutschland mehr Geld für den Neubau und für die Modernisierung der Wohnungen in Schweden in die Hand nehmen. Im Sommer hatten die Bochumer noch ein Solarstrom-Programm für die deutschen Mieter angekündigt. Was daraus wird, bleibt abzuwarten.

Nachdem der Berliner Senat vor Kurzem ein Gesetz für einen Mietendeckel auf den Weg gebracht hat, drohte Vonovia konkret damit, von weiteren Investitionen in der Hauptstadt absehen zu wollen. Durch die zweite Übernahme in Schweden wird der Konzern noch unabhängiger vom deutschen und insbesondere dem Berliner Wohnungsmarkt.


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dpa
Schlagworte zum Thema:  Wohnungsunternehmen, Fusion