Am 6. und 7. November 2019 hat das Fachmagazin DW Die Wohnungswirtschaft zum fünften Mal in Kooperation mit dem GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen die "Werkstatt" veranstaltet. Dieses Jahr drehte sich alles um das Thema Sicherheit.

Die Wohnungswirtschaft beschäftigt sich schon immer mit der Sicherheit in ihren Quartieren. „Gut und sicher wohnen“ ist nicht nur ein Claim, den sich die Branche auf die Fahnen geschrieben hat, sondern er ist handlungsweisend für die rund 3.000 Wohnungsunternehmen, die im GdW organisiert sind. Es geht dabei um soziale Verantwortung, um Integration und altersgerechtes Wohnen, aber auch um formale Aspekte wie Verkehrssicherheit, Brand- und Datenschutz. Mehr als 40 Führungskräfte aus der Wohnungswirtschaft, Verbänden und der Industrie kamen in Hamburg zusammen, um gemeinsam in Impulsvorträgen und Tischgesprächen über die verschiedenen Facetten der Sicherheit im Unternehmen und im Bestand zu diskutieren und sich auszutauschen.

DW Werkstatt 2019 Axel Gedaschko
GdW-Präsident Axel Gedaschko führte zum Auftakt der "Werkstatt" in das Thema Sicherheit mit seinen umfassenden Teilaspekten ein
Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch DW-Chefredakteurin Ulrike Trampe führte GdW-Präsident Axel Gedaschko in das Thema ein. Die Sicherheitsaspekte, mit denen sich Wohnungsunternehmen heute am häufigsten beschäftigten, reichten von IT- und Datensicherheit über die Beachtung der DSGVO, die der Deutsche Wohnen erst kürzlich eine saftige Strafe eingebrockt hat, den Schutz von Baustellen und Gebäuden vor Wetterereignissen wie Sturm, bis zu Brandanschlägen oder den Schutz der Mitarbeiter vor Überfällen.

Businesslunch: Heiße Diskussionen bei gutem Essen

Zu verschiedenen Teilaspekten der Sicherheit im Unternehmen und im Bestand diskutierten Vertreter der Wohnungswirtschaft und der Industrie bei einem Vier-Gänge-Menü an sogenannten Thementischen. DW-Chefredakteurin Ulrike Trampe und DW-Redakteur Olaf Berger moderierten je einen Tisch rund um die Bewirtschaftung im Objekt. DW-Redakteurin Annika Klaußmann leitete die Diskussion um IT- und Datensicherheit, während sich Andreas Schichel, stellvertretender Pressesprecher des GdW, und seine Tischgäste mit Brandschutz und Verkehrssicherheit auseinandersetzten.

Nachdem während der Businesslunchs bereits ausgiebig diskutiert wurde, hatten die Teilnehmer der Wohnungswirtschaft und Industrie zudem die Gelegenheit, noch einmal in engeren Austausch zu treten. In sogenannten Tischgesprächen hatten die jeweiligen Branchenvertreter die Möglichkeit, individuell Kontakte zu knüpfen, Partnerschaften zu bilden und sich über konkrete Projekte auszutauschen.

DW Werkstatt 2019 Vieraugengespräche
Entscheider aus Wohnungswirtschaft und Industrie konnten sich in Vier-Augen-Gesprächen intensiv austauschen

Crossover-Vortrag: Vom Leben mit Unsicherheiten

Um das Thema Sicherheit auch aus einer anderen Perspektive zu betrachten, durfte in diesem wie in jedem Jahr ein sogenannter Crossover-Vortrag auf der "Werkstatt" nicht fehlen: Denn Unsicherheit – wenn auch nur eine gefühlte – spielt heute eine zunehmende Rolle, auch im politischen Diskurs. Bruder Peter vom Augustiner Orden aus Würzburg erklärte, was es heißt, mit der Unsicherheit als Grundbedingung des menschlichen Lebens umzugehen und welche Rolle das Urvertrauen im Spannungsfeld zwischen dem Sicherheitsbedürfnis des Menschen auf der einen und der erlebten Unsicherheit auf der anderen Seite spielt.

In einem weiteren Fachvortrag zeigte Hans-Jörg Scherbening, Diplom-Ingenieur und Fachgebietsverantwortlicher Gebäudetechnik im Regionalbereich Nord sowie Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz bei der Dekra Automobil GmbH, den Anwesenden, wie Brandschutz im Holzbau funktioniert. Er wartete mit vielen Projekten aus der Praxis auf und erläuterte, was es beim Bau mit dem Rohstoff Holz in Bezug auf Brandschutz zu beachten gilt.

DSGVO und wohnungswirtschaftliche Aktionen gegen Kriminalität

Im Mai 2018 ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten. Seitdem sind viele Unternehmen verunsichert, wie und welche Daten verwendet werden dürfen und wie sie geschützt werden müssen. Thomas Rockenmaier, Leiter Interne Revision, Datenschutz und Compliance bei der Joseph-Stiftung Bamberg, erläuterte in seinem Vortrag, mit welchen Maßnahmen Wohnungsunternehmen die DSGVO umsetzen sollten und wie im schlimmsten Fall hohe Bußgelder vermieden werden können.

Erste Ergebnisse einer Kooperation des VdW Rheinland Westfalen, des Innenministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen und des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts zum Einbruchschutz und zur Kriminalprävention sowie eine aktuelle Kriminalstatistik stellte Sebastian Tackenberg vom VdW bei der "Werkstatt" vor. Im Anschluss berichtete Dr. David Wilde von der Hwg Hattingen über kriminalpräventive Maßnahmen seines Unternehmens: Von Amok-Schulungen der Mitarbeiter über Subventionen für mehr Einbruchsicherheit in den Wohnungen der Mieter setzt die Genossenschaft viele Initiativen für mehr Sicherheit im Unternehmen und im Bestand um.

DW Werkstatt 2019 Networking am Abend
Die "Werkstatt" bot den Teilnehmern auch in diesem Jahr viele Gelegenheiten zum Netzwerken

Gespräche und Netzwerken

In entspannter Atmosphäre hatten die Gäste aus Wohnungswirtschaft, Verbänden und Industrie auch beim gemeinsamen Abend im Kochstudio die Möglichkeit, sich zu vernetzen und ins Gespräch zu kommen. Und wer wollte, konnte die Profiköche tatkräftig bei der Zubereitung der Speisen unterstützen.


Lesen Sie auch:

Erste Werkstatt zum Thema "Energie und Gebäude"

Zweite Werkstatt zum Thema "kostengünstiger Neubau"

Dritte DW-Werkstatt zum Thema "Digitalisierung"

Vierte DW-Werkstatt zum Thema "Bestandsmanagement"

Worauf Wohnungsunternehmen bei ihrer persönlichen Sicherheitsstrategie achten sollten, erfahren Sie im  kostenlosen Whitepaper "IT-Sicherheit ist Pflicht". Es leitet Sie in fünf Abschnitten zum sicheren Unternehmen - und bietet auch eine individuelle Risikoanalyse.

Haufe Online Redaktion