Frankfurt: Konzeptverfahren für genossenschaftliches Wohnen

Die städtische Frankfurter Wohnungsgesellschaft ABG vergibt vier Baufelder im Neubauquartier Hilgenfeld an gemeinschaftliche oder genossenschaftliche Wohnprojekte. Das Konzeptverfahren läuft bis zum 28. Mai.

Bisher habe die Stadt nur punktuell Einzelprojekte von Genossenschaften oder gemeinschaftlichen Gruppen ermöglicht, sagt Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Jetzt berücksichtige man sie systematisch bei Neubauvorhaben. Darüber hinaus sollen auf dem Areal 40 Prozent öffentlich geförderte Wohnungen entstehen.

Im 18 Hektar großen Baugebiet "Hilgenfeld" sind laut Frank Junker, Chef der ABG Frankfurt Holding, insgesamt 850 Wohneinheiten geplant. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Baustart könnte 2020 sein. Der neue Stadtteil entsteht nach einem Entwurf des Düsseldorfer Büros Thomas Schüler Architekten Stadtplaner sowie von Faktorgrün Landschaftsarchitekten aus Freiburg. 

Genossenschaften ausdrücklich erwünscht

Auf vier Baufeldern, die 15 Prozent der Flächen im neuen Wohnquartier ausmachen, sollen rund 125 genossenschaftliche oder gemeinschaftliche Wohnungen entstehen.  Vergeben wird nach dem besten Konzept.

Wie die ABG Holding mitteilt, kann sich jedes Wohnprojekt, das mit Ideen zum gemeinsamen Wohnen, Leben und Organisieren überzeugt, hier bewerben. Das Interesse von Genossenschaften sei dabei ausdrücklich erwünscht. Die Bewerber müssen eine Rechtsform, ein Finanzierungskonzept und eine Architekturskizze vorlegen.

Stabile Mieten durch Wohnprojekte ohne Renditeinteresse

Planungsdezernet Josef erhofft sich von der Verpachtung der Grundstücke durch die ABG an Wohnprojekte ohne Renditeinteresse dauerhaft stabile Mieten für die Bewohner. Die Gruppen trügen zudem zum Leben im neuem Stadtteil bei.

Das Netzwerk gemeinschaftliches Wohnen listet für Frankfurt 19 realisierte und elf geplante Wohnprojekte sowie 20 Wohninitiativen auf. Die Stadt Frankfurt selbst hat nach eigenen Angaben bisher fünf solcher Projekte auf städtischen Flächen ermöglicht.


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