28.08.2014 | Wohnungswirtschaft

Forschung: Automatisierte Erfassung von Flächenpotenzialen

Beispiel-Plan von Baulücken (rot) und Nachverdichtungspotenzialen (orange)
Bild: IÖR

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine Methode zur automatischen Erfassung von Flächenpotenzialen erprobt.

Laut einer repräsentativen deutschlandweiten Befragung von 451 Städten und Gemeinden, die das IÖR im Rahmen des Projektes "Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Flächeninanspruchnahme – Innenentwicklungspotenziale" durchgeführt hat, erfasst nur jede dritte deutsche Kommune bereits heute ihre Brachflächen und Baulücken systematisch. Im Osten Deutschlands ist es gar nur jede fünfte. Für die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden ist es jedoch wichtig, Flächenpotenziale im Inneren zu kennen und zu nutzen, anstatt in der Peripherie neue Baugebiete auszuweisen.

Die Wissenschaftler prüften, ob Brachflächen und Baulücken künftig automatisiert auf Grundlage von Geobasisdaten erfasst werden können. Das Ergebnis der Untersuchungen und Tests: Mit einem von den Wissenschaftlern entwickelten Verfahren lassen sich auf Grundlage bereits heute vorhandener Geobasisdaten Baulücken und das Potenzial für Nachverdichtungen in den Siedlungsbereichen abschätzen. Allerdings gibt es auch Einschränkungen. So überschätzt das automatisierte Verfahren die tatsächlich vorhandenen Potenziale. Auch lassen sich aktuell nur Baulücken, nicht jedoch Brachen mit ungenutzten Gebäuden identifizieren. Nach Einschätzung der Forscher kann das automatisierte Verfahren die regelmäßige Befragung von Kommunen nicht ersetzen, wäre jedoch eine hilfreiche Ergänzung.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Stadtentwicklung

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