| Flüchtlingsunterbringung

GdW fordert zum Flüchtlingsgipfel bessere Rahmenbedingungen für Neubau

GdW-Präsident Axel Gedaschko fordert: Wohnungsversorgung muss Chefsache werden
Bild: GdW

Anlässlich des Flüchtlingsgipfels in Berlin hat der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. praktikable Lösungen gefordert, um die Unterbringung und längerfristige Integration von Flüchtlingen zu sichern. Insbesondere ging es um die Vereinfachung und Beschleunigung geeigneter Neubau- und Instandsetzungsmaßnahmen.

"Es geht jetzt um Geschwindigkeit. Wir brauchen Lösungen, damit sowohl die Bauleitplanung als auch die Baugenehmigungsverfahren drastisch schneller werden – sowohl für den Neubau als auch für die Instandsetzung bereits stillgelegter Gebäude", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Die genehmigten Bauten müssten darüber hinaus für die künftigen Bewohner bezahlbar bleiben. Außerdem müsse die soziale Betreuung von Zuwanderern so ausgestaltet werden, dass sie ein Teil unserer Gesellschaft werden können, so Gedaschko.

Um zügig mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sei es außerdem wichtig, die Baunutzungsverordnung zu überarbeiten, um Hemmnisse für die Aufstockung von Wohngebäuden zu beseitigen. Zudem müssten die kommunalen Bauämter personell besser ausgestattet werden, um die Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Laut GdW könne es hilfreich sein, sogenannte "Typengenehmigungen" für bestimmte Typenhäuser einzuführen, um die Prozessdauer zu verkürzen.

Der GdW hat eine Resolution zu den konkret notwendigen Maßnahmen zur Unterbringung von Flüchtlingen und zur Beschaffung von mehr Wohnraum veröffentlicht. Weitere Informationen zur Resolution sind in der wi Wohnungspolitische Informationen, Ausgabe 37/2015 erschienen.

"Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen in Deutschland. Wohnungsversorgung muss daher von den Bürgermeistern in den Städten und Gemeinden zur Chefsache erklärt werden. Die Kommunen in den starken Wachstumsregionen sollten einen Wohnungsbaukoordinator benennen, den die Länder anteilig mitfinanzieren", sagte Axel Gedaschko.

Auch der Berliner Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel forderte eine Beschleunigung des Wohnungsbaus. Berlin müsse sich angesichts stark steigender Einwohnerzahlen von bisherigen Standards des Wohnungsbaus verabschieden. Gegenwärtig dauere es zwei bis drei Jahre, bis ein Wohnhaus gebaut werde. Das sei zu lange, um den Bedarf zu decken. Zusätzlich zu den 15 000 Wohnungen, die im kommenden Jahr ohnehin gebaut werden müssten, sollten daher schnell Häuser in Leichtbauweise entstehen.

Weitere interessante News zum Thema Flüchtlingsunterbringung und Integration:

GdW fordert Sonderinvestitionsprogramm zur Flüchtlingsunterbringung

GdW präsentiert Studie zu Mietern mit Migrationshintergrund

Wohnungsgenossenschaft stellt Dolmetscher zur Betreuung von Flüchtlingen ein

Flüchtlingsheime: Kreativität contra Container

vdw Sachsen initiiert Projekt zur Unterstützung von Flüchtlingen

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Neubau

Aktuell

Meistgelesen