30.09.2014 | Top-Thema EU-Vorgaben verdrängen Niedrigtemperaturtechnik aus dem Markt

EU-Vorgaben für Raumheizgeräte und Kombiheizgeräte: Folgen und betroffene Anlagen

Kapitel
Durch die Ökodesign-Richtlinie wird sich im Bereich der Wärme- und Heiztechnik Einiges ändern (Beispielfoto)
Bild: Corbis

Auf der Grundlage der Ökodesign-Richtlinie hat die EU die "Verordnung zur Durchführung der Ökodesign-Richtlinie im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Raumheizgeräten und Kombiheizgeräten" veröffentlicht. Aufgrund der Verordnung können Herstellern ab September 2015 nur noch Brennwertkessel produzieren. Die Folgen für die Wohnungswirtschaft erklärt dieser Beitrag.

Die Verordnung zur Durchführung der Ökodesign-Richtlinie im Hinblick auf die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Raumheizgeräten und Kombiheizgeräten trat am 26. September 2013 in Kraft (Verordnung 813/2013). Sie wirkt vergleichbar jener, die in den letzten Jahren die klassischen Glühlampen aus dem Markt verdrängt hat. Aufgrund der Verordnung können von den Herstellern ab September 2015 nur noch Brennwertkessel produziert werden.

Folgen und betroffene Anlagen

Die Verordnung gilt für Raumheizgeräte und Kombiheizgeräte (d. h. Kessel, Thermen und Kombithermen) mit einer Wärmenennleistung von bis zu 400 kW. Ausnahmen bestehen für einen Teil der Gasetagenheizungen. Sie gilt nicht für:
•    Geräte, die ausschließlich Warmwasser erwärmen, d. h. Gasdurchlauferhitzer,
•    Geräte, die Dampf oder Luft erwärmen,
•    Heizgeräte, die für den Betrieb von gasförmiger oder flüssiger Biomasse ausgelegt sind,
•    Heizgeräte für feste Brennstoffe,
•    BHKWs mit mindestens 50 kWel und
•    Brenner, die als identisches Ersatzprodukt vor dem 1. Januar 2018 in Verkehr gebracht werden.

Lediglich für die Gasetagenheizungen, die raumluftabhängig und in Mehrfachbelegung des Schornsteins arbeiten, sind Ausnahmen vorgesehen. Für diese sog. Typ B1-Geräte wurde eine Mindestenergieeffizienz festgelegt, die auch über den 26. September 2015 hinaus das Inverkehrbringen von Niedertemperaturtechnik erlaubt. Die Geräte dürfen als Kombitherme eine Nennleistung bis zu 30 kW und als Heiztherme eine Nennleistung bis zu 10 kW aufweisen. Es ist keine Befristung vorgesehen.

Keine Austauschpflicht

Es besteht keine Austauschpflicht! Vorhandene Geräte dürfen weiter betrieben, gewartet und instandgesetzt werden. Von den Herstellern werden zum Teil bereits Garantien für die Ersatzteillieferung gegeben. Die Firmen Buderus und Junkers haben dem GdW verbindlich bestätigt, dass die garantierte Ersatzteilversorgung für ihre Produkte 15 Jahre ab Produktionsende beträgt. Die Firma Viessmann verweist auf die vertraglich fixierten Zeiträume, die in der Regel bei zehn Jahren liegen, die Firma Vaillant will die Ersatzteilversorgung bis zu 15 Jahren aufrechterhalten, soweit dies unter technisch-ökonomischen Gesichtspunkten realisierbar ist.

Zusätzlich wird ab September 2015 ein Label für die Energieeffizienz von Heiztechnik eingeführt: Einerseits für Produkte zur Wärmeerzeugung (wie Heizkessel oder Wärmepumpen) und andererseits für Heizungssysteme (wie Kessel mit Speicher und Solaranlage). Das Label folgt der üblichen Klassifizierung (A++ bis G) und dient lediglich der Information.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Wärme, Energie

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