Bei der Verleihung des mit 5.000 Euro dotierten 14. Ernst-May-Preises an Architekturstudenten der TU Darmstadt wurden Projektentwürfe mit besonderer räumlicher Vielfalt und hoher Funktionalität ausgezeichnet. Hintergrund der Aufgabenstellung des von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt ausgelobten Förderpreises war die angespannte Wohnungsmarktsituation in Metropolen und der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum.

Die Verleihung fand am 12.12.2017 im Stadtplanungsamt in Frankfurt a.M. statt. Die starke Nachfrage nach Wohnraum und die Frage, wie viel Wohnraum jeder einzelne benötigt, bildeten das Spannungsfeld für die Wettbewerbsaufgabe. Konkret ging es für die Wettbewerbsteilnehmer darum, einen Wohnungsbauentwurf für die Adolf-Miersch-Straße in Frankfurt-Niederrad zu entwerfen. Drei von 20 eingereichten Arbeiten wurden ausgezeichnet. Platz eins und damit jeweils 2.000 Euro gingen an Nathalia Nehm und Ulrich Müller sowie an Christian Eckes und David Hunter. Den Sonderpreis und damit 1.000 Euro erhielten Dorothee Glaab und Christine Sattler.

Großes Lob für die Siegerentwürfe

Jurymitglied Professor Dr. Elli Mosayebi von der TU Darmstadt, Fachgebiet Entwerfen und Wohnen, die die Studenten durch den Wettbewerb begleitet hatte, lobte bei der Preisverleihung den Entwurf von Nathalia Nehm und Ulrich Müller, weil er "sehr nah an der Realisierbarkeit" sei. Er habe großen Charme "und zeichnet sich durch seine räumliche Vielfalt aus." Durch seine hohen Räume im Erdgeschoss biete er vielfältige Nutzungen im Quartier an. Allerdings passe er sich nicht so gut in die Umgebung ein, schottet sich ein wenig ab.

Der erste Siegerentwurf stammt von Nathalia Nehm und Ulrich Müller

Dem von Christian Eckes und David Hunter entworfenen Solitär attestierte Mosayebi Unaufgeregtheit, eine hohe Funktionalität und eine kluge Raumstruktur. "In der aktuellen Debatte, in der alle Welt über Luxus-Wohnen im Hochhaus redet, ist dies ein Gegenentwurf, der gut organisiert wirkt." Die Jury bemängelte lediglich die konservative Grundgestaltung, vor allem im Bereich der Fassade sahen die Experten noch Entwicklungspotenzial. Gut gefiel dagegen der Innenhof als Angebot für die Mieter und die Gestaltung des Erdgeschosses, das sich zum Viertel hin öffnet und somit ein Angebot an die Stadtgesellschaft darstellt.

Christian Eckes und David Hunter erhielten für ihren Solitär ebenfalls den ersten Preis

Dorothee Glaab und Christine Sattler schließlich erhielten den Sonderpreis. "Der Entwurf hat zwar einen raffinierten Grundriss, der aus sich heraus funktioniert. Er besitzt aber nicht die gleiche Kohärenz wie die anderen Arbeiten", erläuterte Mosayebi die Entscheidung der Jury.

Dorothee Glaab und Christine Sattler erhielten den Sonderpreis

Projektentwürfe werden ausgestellt

Die Arbeiten der drei Preisträger sowie sechs weitere Entwürfe, die in der Endrunde waren, können im Atrium des Planungsdezernats (Kurt-Schumacher-Straße 10, 60311 Frankfurt am Main) montags bis freitags von 8.30 bis 18 Uhr besichtigt werden. Die Ausstellung läuft bis zum 15. 01.2018. Der Eintritt ist frei.

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