| Energetische Stadtsanierung in Hessen

Pilotprojekte für den Klimaschutz gestartet

Noch nicht sanierter Wohnungsbestand der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt in Fulda-Ziehers
Bild: NH Projektstadt

Das erklärte Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2050 den Ausstoß der Treibhausgase um 95 Prozent zu reduzieren. Eines der wichtigsten Maßnahmenpakete ist dabei die energetische Modernisierung des Gebäudebestandes.

Das im November 2011 gestartete Förderprogramm "Energetische Stadtsanierung" fußt auf der Erkenntnis, dass es sinnvoll ist, Gebäude und Infrastrukturen im den Stadtvierteln als Einheit zu betrachten. Rund 43 Millionen Tonnen CO2 verursachen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam, 70 % davon entfallen auf Städte und Gemeinden. Neben dem Wohnungsbestand rücken die etwa 176.000 öffentlichen Gebäude besonders ins Blickfeld: Sie sind allein für zwei Drittel der Emissionen verantwortlich – und verursachen etwa 2,6 Milliarden Euro Kosten für Raumwärme. Auch die Sanierung kommunaler Einrichtungen wie Schulen, Schwimmbäder oder Rathäuser soll Hand in Hand gehen mit der Modernisierung von Wohnungen und Gewerberäume. Das Förderprogramm startete in Hessen Ende 2012 mit fünf Pilotprojekten, u.a. in Fulda, Langen, Darmstadt und Kassel. 

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt unterstützt mit ihrer für die Stadtentwicklung zuständigen Sparte NH ProjektStadt bzw. ihrem eigens gegründeten Kompetenzzentrum "Klima und Energie" die Städte und Gemeinden bei der Sanierung ganzer Quartiere. Neben der Akquisition von Fördermitteln erstellt das Team der NH ProjektStadt Konzepte nach dem Handlungsleitfaden zur Energetischen Stadtsanierung sowie Klimaschutz-Konzepte nach den Richtlinien des Bundesumweltministeriums. So werden je nach Anforderung integrierte Konzepte – weg von einzelnen Modernisierungsmaßnahmen, hin zu einer umfassenden Quartiersstrategie – entwickelt. Diese beinhalten z.B. Nahwärmenetze, welche mit einem zentralen Blockheizkraftwerk Schulen, Kitas, öffentliche Einrichtungen sowie umliegenden Wohnungen und Gewerberäume versorgen. Auch können sog. Sanierungsmanager die Umsetzung von Maßnahmen begleiten, auf Basis des integrierten Konzepts einzelne Prozessschritte planen, die Zusammenarbeit aller Akteure initiieren, Sanierungsmaßnahmen koordinieren oder Fragen zu Finanzierung und Förderung beantworten. Ihre Hauptaufgabe besteht nicht nur darin, die Parteien „unter einen Hut“ zu bringen und den Prozess zu koordinieren, sondern auch, die Bevölkerung einzubinden. Außerdem führt die NH ProjektStadt eine Energieberatung von Eigentümern und Mietern durch. „Wir bündeln hier unsere Erfahrungen und unser umfangreiches Wissen in den Bereichen Stadtentwicklung und -sanierung, Städtebau, Klimaschutz sowie der energetischen Stadtsanierung“, erläutert Michael Schreier, Unternehmensbereichsleiter Stadtentwicklung NH ProjektStadt.

Weitere Informationen: www.nh-projektstadt.de

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