01.05.2012 | Top-Thema 13. Brandenburger-Hof-Gespräch: Die Zukunft der Immobilienfinanzierung

Thomas Hegel: Fragen nach der künftigen Entwicklung sind Kernelement der Prüfung seitens der Banken

Kapitel
Thomas Hegel, LEG NRW GmbH
Bild: Torsten George

Die Bankenlandschaft hat sich seit der Lehman-Pleite völlig verändert. „Fragen nach der zukünftigen Entwicklung sind Kernelemente der Prüfung von Seiten der Banken“, sagte Thomas Hegel, Sprecher der Geschäftsführung der LEG NRW GmbH.

Einige der früheren Finanzierungspartner der Wohnungswirtschaft stehen nicht mehr zur Verfügung. Das stellt eine große Herausforderung dar, weil für die institutionelle Wohnungswirtschaft für das laufende Jahr ein anstehendes Refinanzierungsvolumen von rund 40 Milliarden Euro prognostiziert wird. Für 2013 könnten es sogar 60 Milliarden Euro sein. In Anbetracht der verringerten Anzahl potenzieller Partner wird sich die Konkurrenzsituation unter den Wohnungsunternehmen bei der Realisierung ihres Refinanzierungsbedarfs erhöhen. Zum Teil ist das ja schon der Fall.

Hegel: "Themen Nachhaltigkeit und Wertschöpfung treten immer mehr in den Vordergrund"

Stabile Unternehmen mit einer klaren Bewirtschaftungsstrategie und einer hohen Transparenz sind dabei im Vorteil. Doch was bedeutet das konkret? Zum einen spielt die Unternehmensstrategie der Wohnungsunternehmen eine größere Rolle, die in diesem Zusammenhang die Stabilität ihres Geschäftsmodells und seine Zukunftsfähigkeit belegen müssen. Die Themen Nachhaltigkeit und Wertschöpfung treten hierbei immer mehr in den Vordergrund.

Zum anderen wird das Bewirtschaftungs-Know-how hinterfragt. Leerstandsreduzierung und positive Mietentwicklung stehen damit oben auf der Agenda. Das impliziert gleichzeitig Fragen zur bestehenden Mieterbeziehung, zur Fluktuationsrate und zu angebotenen Services für die Kunden, sprich: den Mietern. Dabei wird auch über optimierte Bewirtschaftung zu angemessenen Preisen diskutiert werden, da das für Banken in Bezug auf den generierten Cashflow außerordentlich wichtig ist und an Bedeutung weiter zunehmen wird.

Hegel: "Notwendigkeit einer erhöhten Transparenz"

Aus diesen beiden Anforderungen aus Bankenperspektive ergibt sich die Notwendigkeit einer erhöhten Transparenz. Dazu gehören neben dem ohnehin geforderten aussagefähigen Berichtswesen auch belegbare Prognosen zur zukünftigen Entwicklung eines Wohnungsunternehmens. Fragen des Controllings spielen hierbei eine große Rolle. Dies sind Kernelemente der Kreditprüfung auf Seiten der Finanzierungspartner und ist den erhöhten Eigenkapitalbedürfnissen geschuldet. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass auch die Finanzinstitute daran interessiert sind, weiterhin Immobilien, insbesondere Wohnungsportfolios, zu finanzieren, die als Safe Haven gelten. Daraus resultiert eine Veränderung der Beziehung zwischen der Bankenseite und den Wohnungsunternehmen. In Zukunft wird es hier eine noch engere Partnerschaft geben. Die intensivere Zusammenarbeit wird dazu führen, dass die Fragen, die von der Bankenseite angesprochen werden, auch auf der wohnungswirtschaftlichen Seite diskutiert werden müssen. Davon können auf lange Sicht beide profitieren.

Schlagworte zum Thema:  KfW-Bank, Finanzierung

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