Der Deutsche Bauherrenpreis setzt am Spannungsfeld von hoher Qualität und tragbaren Kosten an, wobei er die besondere Rolle der Bauherren hervorhebt. 2018 hat die wbg Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen mbH mit ihrem Projekt "NeckarFair" den Deutschen Bauherrenpreis als bestes Beispiel für kleine Wohnanlagen gewonnen.

Der Deutsche Bauherrenpreis gilt als wichtigste Auszeichnung im Bereich Wohnungsbau in
Deutschland. Er wird von einer elfköpfigen Jury unter dem Vorsitz von Heiner Farwick, Präsident des Bundes Deutscher Architekten, verliehen.

Die wbg Villingen-Schwenningen mbH wurde für "NeckarFair" in der Kategorie "Kleine Wohnanlagen" ausgezeichnet: Mehr dazu im Projektfilm. Insgesamt gab es zwölf Sieger in elf Kategorien. Auf Youtube sind alle Kurzvideos zu den Projekten abrufbar.

Herausforderung: Wohnraum in hoher Qualität zu tragbaren Kosten bauen

Der Preis steht für nachhaltige Qualität von Lebensräumen verknüpft mit gesellschaftlicher Verantwortung. Er zeichnet verantwortungsvolle Bemühungen aus, Wohnungen und Quartiere in hoher Qualität zu tragbaren Kosten zu bauen oder zu erneuern.

Dieser Herausforderung haben sich die wbg Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen mbH als Bauherrin in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Johannes Martin aus Villingen-Schwenningen, Schwarz Jacobi Architekten BDA aus Stuttgart sowie Blank Landschaftsarchitekt, ebenfalls aus Stuttgart, gemeinsam gestellt und die Jury überzeugt.

Gezielter Kontrast zum Hochpreissegment

In Villingen-Schwenningen entstand so auf einer Abrissfläche in einem ehemals sozialen Brennpunkt ein neues Wohnquartier. Mit "NeckarFair" hat die Wohnungsbaugesellschaft dort eine kleine, kostengünstige Wohnanlage mit vielfältigen sozialen Angeboten geschaffen – als Kontrast zu einem Überangebot an Neubauwohnungen im hochpreisigen Mietsegment.

Die vier Neubauten mit 47 Wohnungen in der Landhausstraße stehen für sozialen und vor allem für bezahlbaren Wohnraum. Auf den insgesamt 3.700 Quadratmetern Wohnfläche wird einem breiten Bevölkerungsspektrum in Villingen-Schwenningen jetzt kostengünstiges Wohnen auf Neubauniveau ermöglicht – und das in ruhiger und doch stadtnaher Lage mit unverbautem Blick auf den Neckar.

Wirtschaftlichkeit in Verbindung mit sozialer Verantwortung

Hervorzuheben ist die Einbindung wichtiger sozialer Projekte. Damit ist "NeckarFair" bestes
Beispiel einer gelungenen Verknüpfung von Ökonomie und sozialem Engagement im ländlichen Raum. Dem Bauherrn war es besonders wichtig, von Beginn an den sozialen Aspekt mitzudenken und mitzuplanen.

So entstand aus zwei zusammengelegten Wohnungen im Dachgeschoss eine Wohngemeinschaft (WG) für drei minderjährige Mütter mit ihren Kindern, deren Betreuung die Pro-Kids-Stiftung übernimmt. Zudem werden behindertengerecht durch den Caritasverband angemietet und durch diesen betreut.

Ausdruck findet dies auch in der sozialen und demografischen Mischung der Mieterschaft. In "NeckarFair" wohnen Alt und Jung, Menschen mit und ohne Behinderung, Singles und Familien, die keinen Unterstützungsbedarf haben, sowie geflüchtete Menschen.

"Das Projekt #NeckarFair zeigt, dass #Inklusion, soziales und kostengünstiges Wohnen in hoher Qualität möglich sind." Begründung der #Bauherrenpreis-Jury

Grün- und Spielflächen bieten öffentliche Kommunikationsräume im wbg-Vorzeigeprojekt NeckarFlair.

Naturnahe Freiraumgestaltung

Ebenso wurde der Klimaschutz berücksichtigt. Die Anlage wird mit einer zentralen Pelletheizung erwärmt und steht damit für nachhaltige Energieversorgung.

Daneben überzeugt die Gebäude- und Landschaftsarchitektur der kleinen Anlage. Der freie
Blick auf den offengelegten Flusslauf des Neckars und die eigens angelegten Bienenweiden bieten eine hohe Freiraumqualität. Grün- und Spielflächen bieten öffentliche Kommunikationsräume, laden zum Verweilen ein und fördern so das soziale Miteinander der Mieterschaft.

Weitere Projekte geplant

Nach der erfolgreichen Realisierung von "NeckarFair" schickt die wbg das Projekt in Serie. So
steht bereits ein neues, ganz ähnliches Projekt an: "SperberFair" heißt es und ist in der Sperberstraße im Stadtteil Villingen geplant.

Auf insgesamt 4.880 Quadratmetern Wohnfläche, aufgeteilt auf 66 Wohnungen, soll auch hier breiten Bevölkerungsschichten günstiges Wohnen auf Neubauniveau ermöglicht werden. Der Spatenstich erfolgte in diesem Sommer, die Fertigstellung ist für Ende 2019 beziehungsweise Anfang 2020 vorgesehen.

Der Report ist erschienen in DW Die Wohnungswirtschaft Ausgabe 08/2018.

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