08.08.2016 | Projekt

Degewo modernisiert Acht-Geschosser in Berlin-Lankwitz zum "Zukunftshaus"

Visualisierung des Zukunftshauses
Bild: Degewo

Die Degewo AG baut bis 2017 ein achtgeschossiges Gebäude aus dem eigenen Bestand zu einem "Zukunftshaus" um, das sich fast vollständig selbst mit Wärme und Strom versorgen soll. Das Mehrfamilienhaus aus dem Baujahr 1954/55 soll zu einem Pilotprojekt für die Energiewende in der Wohnungswirtschaft werden.

Durch Nutzung solarer Energie und den Einsatz moderner Energiespeicher- und Niedrigtemperatursysteme können Wärme und Hausstrom zu 100 Prozent aus Eigenenergie gespeist werden. Auch ein Teil des Nutzerstroms wird vor Ort erzeugt. Dies wird erreicht durch eine Kombination aus großflächigen Solarmodulen (Photovoltaik und Solarthermie), durch Strom- und Wärmespeicherung, Wärmepumpen und eine hocheffiziente Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Außerdem wird die Gebäudehülle auf Passivhaus-Standard gedämmt. Neu ist die Kombination der einzelnen Technologien innerhalb eines Bestandsgebäudes. Wissenschaftlich begleitet wird das degewo Zukunftshaus von Prof. Dr.-Ing. Friedrich Sick von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin.

Nach Angaben des kommunalen Berliner Wohnungsunternehmens sollen die warmen Betriebskosten durch die Modernisierung um mehr als zwei Drittel sinken: von durchschnittlich 1,05 Euro pro Quadratmeter auf 0,29 Euro pro Quadratmeter.

Der künftige Betreiber der technischen Anlagen ist die Degewo Netzwerk GmbH, eine Tochterfirma des Wohnungsunternehmens. Ein Artikel über das Zukunftshaus und weitere Projekte der Energietochter ist in der Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft, Ausgabe 6/2016, auf Seite 44 bis 46 erschienen.

Wärmespeicher fertig gestellt

Bild: Degewo

Bei einer Baustellenbesichtigung mit Staatssekretär Lütke Daldrup und den beteiligten Baufirmen präsentierte degewo-Vorstand Beck den "eTank" genannten Wärmespeicher, der neben dem Gebäude auf einer Fläche von 700 Quadratmeter überschüssige Wärme im Erdreich speichert. Er besteht bis zu einer Tiefe von circa 1,5 Metern aus mehreren Schichten Erdreich, in denen Polyethylen-Leitungen verlegt sind. Das Erdreich wird über die mit einer wärmeleitenden Soleflüssigkeit gefüllten Leitungen durch Solarenergie oder anderen Energiequellen erwärmt. Die im Erdreich gepufferte Energie wird über eine Wärmepumpe nutzbar gemacht.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft, Modernisierung, Energieeffizienz

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