21.11.2016 | IT

Cloud Computing in der Wohnungswirtschaft: kein Wolkenkuckucksheim

Ohne Cloud Computing ist die Integration mobiler Arbeitsprozesse in der Wohnungswirtschaft kaum noch vorstellbar
Bild: Haufe

Software aus dem Internet – dieses Modell erweist sich für eine wachsende Zahl von Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft als Alternative zum Eigenbetrieb. Die Attraktivität des Cloud Computings beruht unter anderem auf erheblichem Einsparpotenzial bei den Prozesskosten. Dabei sind Faktoren wie Unternehmensgröße, -struktur und -branche wichtig, um den Nutzwert des Cloud Computings abzuwägen.

Das wohl berühmteste Urteil über die Perspektiven des Cloud-Konzepts stammt von dem Computerwissenschaftler Joe Weinman: „Letztlich ist die Cloud das jüngste Beispiel für kreative Zerstörung: Sie schafft Reichtum für die, die sie nutzen, und sie führt zum Untergang derjenigen, die dies nicht tun.“

Vielleicht neigt Weinman zu dramatischen Zuspitzungen, aber die Vorteile des Cloud Computings haben sich in den letzten Jahren über alle Zweifel hinweg als real erwiesen. Dies wird daran deutlich, dass wir alle die Cloud längst privat und beruflich (auch im B2B-Bereich) mit großer Selbstverständlichkeit nutzen, in Form von E-Mails und Datenspeicherpaketen der Telekommunikationsanbieter, Services wie Microsoft Office 365 oder Kollaborationstools wie Dropbox.

Während das Thema Cloud noch vor rund fünf Jahren meist als Ja-Nein-Entscheidung diskutiert wurde, geht es heute, trotz Sicherheitsbedenken, in den meisten Fällen nur noch um das Wie der Cloud-Nutzung – insbesondere der Nutzung von Software über das Internet, also das SaaS(Software-as-a-Service)-Modell.

Software nach Bedarf

Die Attraktivität des Cloud Computings beruht auf Effizienzgewinnen und damit erheblichem Einsparpotenzial bei Prozesskosten. Da Software die Basis jedes modernen Geschäftsmodells ist und mit zunehmender Digitalisierung an Bedeutung wachsen wird, ist der Gedanke, Business-Software von einem „Versorger“ (wie etwa Strom, Gas und Wasser) in bedarfsgerechter Menge zu jeder Zeit und an jedem Ort zur Verfügung gestellt zu bekommen, sehr verlockend.

Gerade kleine Unternehmen, die weder die erforderliche IT-Kompetenz haben noch die IT-Infrastruktur betreiben wollen oder können, werden durch die Möglichkeit, ihre Software per Internet zu nutzen in die Lage versetzt, Geschäftsprozesse und -modelle umzusetzen, die sich sonst nur größere Unternehmen leisten können. Unternehmensmitarbeiter greifen bei dieser Art von Cloud-Nutzung, die als Public Cloud bezeichnet wird, über ihre Endgeräte von ihrem Arbeitsplatz oder per Smartphone und Tablet von jedem beliebigen Standort aus über geschützte Internetverbindungen auf Anwendungen, Datenbanken und Backupdateien zu, die in gut gesicherten Rechenzentren des Cloud-Providers liegen.

Verantwortung beim Cloud-Provider

Für alle Themen der dahinter stehenden Infrastruktur – Server, Speicher, Backupsysteme und Sicherheitsarchitektur, sowie die Pflege und Aktualisierung von Hard- und Software – ist allein der Provider verantwortlich. Er stellt IT-Leistungen im vereinbarten Umfang und zu vereinbarten Konditionen hinsichtlich Performance, Fehlerfreiheit und Sicherheit zur Verfügung und rechnet sie nach dem tatsächlichen „Verbrauch“ ab.

Damit entfällt für das Nutzerunternehmen die Notwendigkeit, Technik und IT-Personal in erheblichem Volumen vorzuhalten – mit allen positiven Auswirkungen auf die Finanzen (wenn SaaS auch keine Schnäppchenangelegenheit ist). Auftragsschwankungen spielen keine Rolle mehr, die Cloud bietet praktisch unbegrenzte Skalierbarkeit: Die angeforderte Leistung wird vom Provider bedarfsgerecht hoch- oder heruntergefahren, die jeweilige Kapazitätsanpassung muss seine Infrastruktur stemmen. Zentrale, gesicherte und redundant ausgelegte Rechenzentren liefern zudem ein Sicherheitsniveau, wie es die wenigsten Unternehmen in Eigenregie garantieren können. Einige deutsche Wohnungsbaugesellschaften sind in das Visier von Datenschutzbeauftragten geraten, weil sie zu lax mit den Daten ihrer Kunden umgegangen sein sollen.

Schlagworte zum Thema:  Cloud Computing, Wohnungswirtschaft, Internet, Software, Immobilienwirtschaft

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