GdW-Präsident Axel Gedaschko forderte rasches Handeln Bild: GdW

Laut einer Studie, die das Bundeswirtschaftsministerium veröffentlicht hat, besteht in Deutschland ein großes Potenzial für Mieterstrommodelle: Bis zu 3,8 Millionen Wohnungen könnten mit Mieterstrom versorgt werden. Die Studie zeigt aber auch, dass Mieterstrom zielgenauer gefördert werden müsste, um die Anzahl der rentablen Projekte zu erhöhen. Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen appelliert an die Politik, Hemmnisse für Mieterstromprojekte zu beseitigen.

Die Studie mit dem Titel "Mieterstrom – Rechtliche Einordnung, Organisationsformen, Potenziale und Wirtschaftlichkeit von Mieterstrommodelle" haben Prognos AG und die Kanzlei Boos Hummel & Wegerich erstellt. Sie ordnet das Thema rechtlich ein und gibt einen Überblick über die Organisationsformen, die Potenziale und die Wirtschaftlichkeit von Mieterstrommodellen. Die Studie zeigt: In vielen Fällen lohnt es sich für Gebäudeeigentümer, Vermieter und weitere Akteure nicht, das Potenzial zu erschließen. Eine Förderung würde die Anzahl der rentablen Projekte deutlich erhöhen. Die Studie zeigt auch, dass man Mieterstrom mit einer direkten Vergütung zielgenauer und differenzierter fördern könnte als mit einer pauschalen Verringerung der EEG-Umlage.

GdW fordert Politik auf, rasch aktiv zu werden

GdW-Präsident Axel Gedaschko appellierte eindringlich an die Politik, eine zielgenaue Förderung für Mieterstromprojekte noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg zu bringen. "Sollte dafür eine erneute Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) notwendig sein, muss diese sofort zusammen mit einer fertigen Mieterstromverordnung auf den Weg gebracht werden", so Gedaschko. "Wir haben hier keine Zeit mehr zu verlieren." 

Darüber hinaus fordert die Wohnungswirtschaft, endlich ein entscheidendes Hemmnis für Mieterstromprojekte aus dem Weg zu räumen. Wohnungsunternehmen, die Strom aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) lokal erzeugen wollen, werden gravierend steuerlich benachteiligt. Sobald sie den erzeugten Strom ins allgemeine Netz einspeisen oder den Mietern zur Verfügung stellen, wird die eigentlich gewerbesteuerbefreite Vermietungstätigkeit gewerbesteuerpflichtig. "Wohnungsunternehmen, die Strom erzeugen, zahlen für das damit verbundene Geschäft wie jeder andere auch die Gewerbesteuer. Aber warum sollte ihr Vermietungsgeschäft dadurch benachteiligt werden? Das macht keinen Sinn, ist ungerecht und muss daher dringend im Gewerbesteuergesetz korrigiert werden", forderte Gedaschko.

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Schlagworte zum Thema:  Mieterstrom, Energiewende

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