Berlin: Neues Quartier für Hauptstadtzentrum geplant

Der städtebauliche Entwurf für das neue Stadtquartier am ehemaligen Haus der Statistik in Berlin-Mitte steht: Geplant sind bezahlbare Wohnungen, Künstlerateliers und Büros mit einem Rathaus mittendrin. Baubeginn ist frühestens 2021.

Der Entwurf, den "Teleinternetcafe + Treibhaus" jetzt vorgestellt haben, sieht vor, dass die bestehenden Altbauten an der Alexander- und Otto-Braun-Straße mit 46.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche um rund 66.000 Quadratmeter Neubau ergänzt werden.

In der Mitte des Quartiers entstehen drei Höfe zur gemeinschaftlichen Nutzung und Begegnung, gesäumt von einem 15- und einem zwölfgeschossigen Wohnhochhaus zur Berolinastraße und einem 16-geschossigen Büroturm an der Otto-Braun-Straße für das Rathaus Mitte. Dazu kommen drei sogenannte "Experimentierhäuser" für wechselnde Nutzungen. Für zusätzliches Grün sollen Dachgärten und Gemeinschaftsterrassen sorgen.

Dachlandschaft Haus der Statistik
Dachgärten und Gemeinschaftsterrassen sorgen für zusätzliches Grün in der dichten Bebauung. 

Auf dem östlichen Teil des Areals, der an die Berolinastraße und an das Wohngebiet Karl-Marx-Allee angrenzt, wo der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen gerade einen Sieg vor Gericht erzielt hat und weitere Wohnungen kaufen darf, will die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) 300 bezahlbare Wohnungen bauen.

Die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) wird die Bestandsbauten für Behördennutzungen grundsanieren und ausbauen. Die Schadstoffsanierung im Altbau hat bereits begonnen. Noch in diesem Jahr sollen dort erste, temporäre Nutzungen möglich sein.

Bezirk Mitte stellt Bebauungsplan auf

Die Entscheidung für den Entwurf von Teleinternetcafe und Treibhaus hat am 22. Februar ein Obergutachtergremium getroffen. Der Jury gehörten auch Anwohner an. Zuvor hatten drei Planungsteams seit Herbst 2018 in einem offenen Werkstattverfahren mit Bürgerbeteiligung städtebauliche Entwürfe erarbeitet.

"Wir haben in diesem Verfahren viel von- und miteinander gelernt. Daran zeigen sich die Stärken dialogischer Verfahren, vor allem bei komplexen städtebaulichen Aufgaben." Professor Rudolf Scheuvens, Jury-Vorsitzender 


Haus der Statistik Mitmachzentrale
In der "Mitmachzentrale" fanden die Veranstaltungen des integrierten Werkstattverfahrens statt.

Nun stellt der Bezirk Mitte einen Bebauungsplan für das mehr als drei Hektar große Areal an Alexanderplatz und Karl-Marx-Allee auf. Das Bebauungsplanverfahren wird nach Angaben der Stadt Berlin zirka zwei Jahre dauern.

Umnutzung des ursprünglichen DDR-Baus

Im Jahr 1970 war auf dem Gelände das sogenannte "Haus der Statistik" errichtet worden, das die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik und das Ministerium für Staatssicherheit der DDR bezogen.

Nach der Wiedervereinigung waren dort die Berliner Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und die Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) ansässig. Beide Behörden zogen im Jahr 2008 aus – das Gebäude steht seitdem leer.

Das Land Berlin hatte das Areal im Oktober 2017 vom Bund erworben, um hier ein Quartier im Zentrum der Hauptstadt zu entwickeln.


Das könnte Sie auch interessieren:

"Das neue Oxford": Hamburg stellt Konzept für Super-Stadtteil vor

Schlagworte zum Thema:  Berlin, Umnutzung, Stadtentwicklung, Wohnungsbau