Die Berliner Howoge baut und plant derzeit rund 1.000 Wohnungen in Holzhybridbauweise, davon etwa die Hälfte im sozialen Wohnungsbau. Derzeit ist der Holzbau insbesondere beim Bau sozialer Mietwohnungen eine Seltenheit. Mit der Hybridbauweise will das kommunale Wohnungsunternehmen wirtschaftliche Lösungen entwickeln, die qualitätsvolles Wohnen auch im Sozialbau ermöglichen sollen.

In der Newtonstraße 4 in Berlin-Adlershof realisiert die Howoge seit Ende 2017 das erste Projekt in Holzhybridbauweise. Gemeinsam mit dem Generalübernehmer Brüninghoff und dem Architekturbüro Kaden + Lager entstehen hier 42 Wohnungen, die sich auf drei würfelförmige Typenhäuser mit je fünf Etagen verteilen. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar.

Innovative Baukonstruktion auch im sozialen Wohnungsbau

40 Prozent der Wohnungen sind gefördert und werden zu Einstiegsmieten von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten. Die übrigen Wohnungen kosten durchschnittlich unter zehn Euro pro Quadratmeter.

"Bezahlbaren Wohnraum zu errichten, heißt nicht auf Innovationen zu verzichten – ganz im Gegenteil", sagt Stefanie Frensch, Howoge-Geschäftsführerin.

Ein Grund für die niedrigen Mietpreise liegt im Einsatz des Baustoffes Holz. Stahlbetonfertigteile werden lediglich für die Decken und den Treppenkern verwendet, so Stefan Gerdemann, Projektleiter der Brüninghoff Bausysteme. Sowohl das Dach als auch die Außenwände werden in Holzrahmenbauweise erbaut und kommen komplett fertiggestellt aus dem Werk. Die Montage der fertigen Bauteile dauert daher pro Stockwerk nur eine Woche, erklärte er weiter.

Im Anschluss werden auf die Holzrahmenkonstruktionen eine dünne Gipsplatte innen sowie die Fassade außen angebracht. "Das führt zu einem sehr schlanken Wandaufbau, der im Vergleich zum Massivhaus eine größere Bruttogeschossfläche ermöglicht – je nach Projekt kann das eine zusätzliche Wohnung bedeuten", sagte Architekt Markus Lager.

Im Vergleich zum konventionellen Bauen bedeute die Holzhybridbauweise keine Mehrkosten.

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