19.11.2015 | BBU-Marktmonitor 2015

Berliner Mieten entwickeln sich stark unterschiedlich

Der BBU-Marktmonitor 2015 wurde veröffentlicht (Symbolfoto)
Bild: Haufe Online Redaktion

Der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. hat seinen jährlich erscheinenden Marktmonitor veröffentlicht: In Berlin liegen die Mieten der Mitgliedsunternehmen deutlich unter Marktniveau. In Brandenburg, im Berliner Umland und im weiteren Metropolraum ist die Mietentwicklung vielerorts schwach.

Die Mitgliedsunternehmen haben allein in Berlin rund 700.000 Wohnungen im Bestand. Für diese Wohnungen liegen die Bestandsmieten knapp acht Prozent, die Neuvertragsmieten sogar 30 Prozent unter dem allgemeinen Marktniveau. Im berlinweiten Vergleich besonders günstig sind Bestandswohnungen der Mitgliedsunternehmen in Neukölln und Spandau mit 5,34 Euro pro Quadratmeter. Die günstigsten Neuvertragsmieten wurden mit durchschnittlich 5,65 Euro pro Quadratmeter in Marzahn-Hellersdorf angeboten. "Unsere Mitgliedsunternehmen stehen für den sozialen Ausgleich. Sie nutzen ihre Marktmacht nicht aus", sagte BBU-Vorstand Maren Kern.

Verhaltene Mietentwicklung in Brandenburg

Die Mieten bei den Brandenburger BBU-Mitgliedsunternehmen entwickeln sich weiterhin verhalten. Die Bestandsmieten stiegen um 2,1 Prozent, die Neuvertragsmieten um 2,6 Prozent. Für 80 Prozent der ausgewerteten 46 Ortschaften wurde eine durchschnittliche Bestandsmiete von weniger als fünf Euro nettokalt pro Monat und Quadratmeter ermittelt.

Von den 14 Städten mit Angaben zu BBU-Bestandsmieten im Berliner Umland lag die Mietentwicklung bei der Hälfte der Unternehmen bei Steigerungsraten deutlich unter den durchschnittlichen zwei Prozent. Besonders schwach fiel die Bestandsmietenentwicklung bei den BBU-Mitgliedsunternehmen in Werder (0,2 Prozent), Bernau (0,6 Prozent) und Rüdersdorf (0,9 Prozent) aus.

Noch schwächer verlief die Bestandsmietenentwicklung bei den Mitgliedsunternehmen in den Städten des weiteren Metropolenraums. In der Hälfte der 32 ausgewerteten Städte lagen die Steigerungen zum Vorjahr teilweise deutlich unterhalb der Inflationsrate von 1,0 Prozent. "Ohne auskömmliche Mieten wird die Refinanzierung von Investitionen für die Wohnungsunternehmen problematisch. Da sie in dieser Region zu den größten Auftrag- und Arbeitgebern zählen, belastet diese Entwicklung auch die Städte selbst", sagte Maren Kern. Besonders problematisch sei es, dass die Mietenentwicklung vielerorts gerade dort sehr schwach sei, wo die Mieten ohnehin schon niedrig sind.

Für den BBU-Marktmonitor wurden rund 900.000 Daten aus Bestands- und Neumietverträgen ausgewertet.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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