Genshagen ist ein Ortsteil der Stadt Ludwigsfelde im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming (Symbolfoto) Bild: Peter Schmidt ⁄

Der Wohnungsleerstand in Brandenburg lag im vergangenen Jahr bei 7,5 Prozent – 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Damit ist der Leerstand im Landesdurchschnitt so deutlich gesunken wie zuletzt 2010, wie der BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen bekannt gab. Vor allem im Speckgürtel um Berlin gebe es große Nachfrage, sagte BBU-Vorstand Maren Kern, während andernorts weiterhin Abrissmaßnahmen notwendig seien.

Zuzügler hätten es schwer, hier noch eine freie Wohnung zu finden. Gründe seien unter anderem die wirtschaftliche Lage dort, aber auch die Anbindung an Berlin und andere Ballungszentren.

"So erfreulich dieser Rückgang nach langer Stagnation auch ist, wichtig ist immer auch das Detailbild vor Ort", so Kern.

Regional sind große Unterschiede deutlich erkennbar. So lag etwa die Leerstandsquote in Kleinmachnow bei geringen 0,7 Prozent, in Potsdam-Mittelmark bei 2,3 Prozent, in Teltow-Fläming bei sechs Prozent und in Frankfurt Oder bei 8,4 Prozent. Auch in Cottbus konnte der Leerstand auf 6,8 Prozent reduziert werden.

In den westdeutschen Ländern beträgt der Leerstand im Schnitt 1,9 Prozent, in den ostdeutschen – ohne Berlin – 8,3 Prozent.

Doch anderswo ist der Leerstand laut BBU immer noch enorm. Etwa in Wittenberge (Prignitz), wo 20,5 Prozent der Wohnungen keine Mieter finden und in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland), wo Werte von 19,4 Prozent registriert wurden. Negativ-Spitzenreiter ist Forst mit 28 Prozent. In den Landkreisen Prignitz und Spree-Neiße lag der Leerstand bei 17,3 Prozent beziehungsweise 16,9 Prozent.

Bis 2020 sind 1.100 neue Mietwohnungen geplant

An das Land Brandenburg appelliert der Verband, sich beim Bund einzusetzen, den Abriss nicht benötigter Wohnungen weiterhin zu fördern. Bislang sind nach Angaben des BBU im Rahmen des Stadtumbaus Ost 60.000 Wohnungen im Land abgerissen worden. Für die kommenden Jahre sollen weitere 6.700 folgen. In Mecklenburg-Vorpommern hat der Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling gerade die Planungen für einen neuen Stadtteil gestoppt – wegen zu hoher Grundstückspreise.

Der Rückbau von leerstehenden Wohnungen bleibe weiter notwendig, sagte Kern. Steigende Kosten und auf den Gebäuden lastende Schulden behinderten das jedoch oft. Sie forderte eine Erhöhung der Abrissförderung von derzeit 75 auf 120 Euro pro Quadratmeter. Sollte sich der Bund nicht beteiligen, müsse an ein neues Landesprogramm gedacht werden. Die Kosten für das Land schätzt der Verband auf jährlich sieben Millionen Euro.

Im Gegenzug dazu werden nach BBU-Angaben noch 2017 rund 64 Millionen Euro in den Wohnungsneubau investiert. Bis 2020 plant der Verband die Fertigstellung von 1.100 neuen Mietwohnungen. Die Nettokaltmieten liegen derzeit im Durchschnitt den Angaben zufolge bei 4,91 Euro pro Quadratmeter im Monat – und liegen damit 1,50 Euro unter dem Wert des Berliner Mietspiegels.

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