Großwohnsiedlungen: Beispiele für energetische Sanierung

Im Rahmen eines Forschungsprojekts im Auftrag des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-, und Raumforschung (BBSR) sind acht Modellprojekte zur energetischen Sanierung großer Wohnsiedlungen dokumentiert worden.

Die Modellprojekte aus dem Wettbewerb "Energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen auf der Grundlage integrierter Stadtentwicklungskonzepte" wurden über zwei Jahre hinweg begleitet und untersucht. Die Teilnehmer verpflichteten sich, wesentliche Maßnahmenbündel zur Verbesserung der Energieeffizienz bis Ende 2012 umzusetzen. Die folgenden Konzeptgebiete wurden ausgewählt und im Rahmen des Forschungsprojekts dokumentiert:

  • Waren West (Waren Müritz) der Wogewa Wohnungsbaugesellschaft Waren mbH,
  • Märkisches Viertel (Berlin) der Gesobau AG,
  • Fruerlund-Süd (Flensburg) der Selbsthilfe-Bauverein eG Flensburg,
  • Innere Hustadt (Bochum) der VBW Bauen und Wohnen GmbH,
  • Parkwohnanlage West (Nürnberg) der wbg Nürnberg GmbH,
  • Rintheimer Feld (Karlsruhe) der Volkswohnung GmbH,
  • Neu-Reform (Magdeburg) der Wobau Magdeburg GmbH und
  • Drewitz (Potsdam), Pro Potsdam GmbH.

Allen Modellvorhaben lag ein integrierter Ansatz zugrunde: Entscheidungen für energetische Maßnahmen waren eng verknüpft mit wirtschaftlichen und sozialen Belangen sowie mit Fragen der Quartiersentwicklung insgesamt. Die Quartiere aufzuwerten und die soziale Durchmischung zu erhalten, waren zentrale Ziele.

Bei der Dokumentation der Modellvorhaben wurde ein Spannungsfeld zwischen Aufwertung und Sozialverträglichkeit deutlich: Durch energetische Sanierung wird qualitativ hochwertiger Wohnraum geschaffen, allerdings wird gleichzeitig das Angebot an preiswertem Wohnraum verringert. Nur in einem der untersuchten Modellprojekte konnten die Maßnahmen weitgehend wärmemietenneutral umgesetzt werden.

Auftragnehmer des Forschungsvorhabens war das Büro "Stadtplanung und Architektur − plan zwei", Hannover. Der Abschlussbericht kann als BBSR-Online-Publikation 06/2015 heruntergeladen werden.