Die angespannten Wohnungsmärkte vieler Großstädte erschweren das Ankommen von Flüchtlingen auf dem regulären Wohnungsmarkt. Das zeigt eine im Oktober vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) herausgegebene Forschungsarbeit, die sich auf Fallstudien in zehn deutschen Kommunen stützt − darunter Köln, Mainz und Hannover.

In Groß- und Universitätsstädten mit Wohnungsmangel leben demnach viele Flüchtlinge über lange Zeiträume in Not- und Gemeinschaftsunterkünften. Die Integration in den Wohnungsmarkt kommt nur langsam voran, weil preisgünstige Wohnungen fehlen und die Leerstandreserven weitgehend aufgebraucht sind. Kommunalen Wohnungsunternehmen, aber auch private Eigentümer sind die wichtigsten Partner der Kommunen bei der Wohnungsversorgung von Flüchtlingen.

Anspruch und Wirklichkeit gehen auseinander

Die Studie zeigt auch: Anspruch und Wirklichkeit gehen bei der lokalen Verteilung von Flüchtlingen auseinander. Zwar streben die Kommunen eine möglichst gleichmäßige Verteilung an. Dennoch entstehen nur wenige Gemeinschaftsunterkünfte in Wohngebieten mit einer einkommensstarken Bewohnerschaft. In vielen Fällen suchen Flüchtlinge Wohnungen in der Nähe der Gemeinschaftsunterkünfte, in denen sie untergebracht sind. Wohnraum findet sich vor allem in Quartieren, in denen die Mieten moderat sind, während in besseren Lagen sowohl günstige Wohnungen als auch Grundstücke fehlen, um Wohnraum für Geflüchtete zu errichten.

Integrationspotenziale nutzen und bezahlbaren Wohnraum schaffen

Die Forscher warnen davor, Integrationspotenziale aufgrund finanzieller Erwägungen ungenutzt zu lassen. Einige Kommunen nehmen der Studie zufolge ihre Aktivitäten bei der Wohnungsvermittlung zurück, weil ausreichend Plätze in Gemeinschaftsunterkünften zur Verfügung stehen. Grundlegende Voraussetzung dafür, dass mehr Flüchtlinge als bisher auf dem Wohnungsmarkt ankommen, sind laut Analyse das Schaffen von mehr Wohnungsbau im bezahlbaren Segment, der verstärkte Kauf von Belegungsrechten, aber auch die Anmietung von Wohnungen durch die Kommunen. Die Forscher empfehlen den Kommunen zudem, Vermittlungs- und Unterstützungsansätze für Flüchtlinge stärker organisatorisch zu verankern, feste Ansprechpartner für private Vermieter zur Verfügung zu stellen und kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften darin zu unterstützen, Flüchtlingen Wohnraum zu vermieten.

Die Studie ist auf der Internetseite des BBSR abrufbar.

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