Alfons Oebbeke hielt auf dem Jahrestreffen des Arbeitskreises Baufachpresse in Wien einen Vortrag über Webseiten-Klone Bild: Stephan Falk, Berlin/Arbeitskreis Baufachpresse

Auf dem diesjährigen Jahrestreffen des Arbeitskreises Baufachpresse in Wien informierte Alfons Oebbeke, Betreiber des Portals www.baulinks.de, seine Kollegen über sogenannte Webseiten-Klone, die alle Inhalte einer Internetseite an anderer Stelle im Netz veröffentlichen. Betroffen sind und waren seinen Angaben nach unter anderem die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) sowie diverse Baufachtitel, mindestens drei Architektenkammern sowie die Hochschule für Technik Stuttgart.

In einer ersten Phase werden alle Inhalte der betroffenen Internetseiten von .ga-, .gq-, .cf- oder .tk-Klonen On-the-fly übernommen und teilweise auch zwischengespeichert. 

Des Weiteren wird der Original-Inhalt auf dem Weg zum Client/Browser durch Phrasen, die beispielsweise im Onlinedating-Bereich Verwendung finden, ergänzt. Die geklonten Seiten tauchen in den Google-Suchergebnissen teilweise vor den entsprechenden Original-Seiten auf. 

Hat sich eine geklonte Seite im Suchmaschinen-Index bei Google etabliert, startet Phase Zwei: Beim Aufruf der geklonten Seiten werden nicht mehr die veränderten Inhalte angezeigt, sondern auf pornografische Seiten verlinkt.

Der Vortragende Alfons Oebbeke war im April 2017 selber betroffen: Alle Inhalte seines Portals waren 14 Tage lang unter einer anderen Domain online. Die Auswirkungen im Google-Index seien auch im Herbst 2017 noch zu spüren, obwohl der Klon seit April offline ist.  

Regelmäßige Recherche kann schützen

Aus eigener Erfahrung rät Oebbeke, regelmäßig nach typischen Phrasen für die eigene Webseite zu googeln oder entsprechende Google-Alerts einzurichten. 

Ein präventiver Schutz vor Klonen ist derzeit wohl nicht möglich, da selbst Web-Seiten, die nach dem https-Protokoll übertragen, geklont werden können. Wenn die eigene Web-Seite betroffen ist, sollte direkt die Verbindung zum Klon gekappt werden. Dazu muss man prüfen, über welche IP-Adresse der Klon das Original anzapft. Diese Adresse muss dann auf Server-Ebene gesperrt werden.

Sollte der Klon die angezapften Inhalte selber zwischenspeichern, muss man über die IP-Adresse und mittels eines whois-Dienstes in Erfahrung bringen, wer den Betrieb des klonenden Servers bzw. die DNS-Einträge technisch verantwortet. Hoster wie Registrierungsstellen bieten oft auf ihren Web-Seiten die Möglichkeit, Missbrauch per Formular oder E-Mail unter dem Stichwort "abuse" zu melden. Darüber hinaus sollte Google aufgefordert werden, den Klon mit allen Seiten aus dem Suchindex zu entfernen. 

Ulrike Trampe, frisch gewählte Vorsitzende des Arbeitskreis Baufachpresse e.V. und Chefredakteurin der Fachzeitschrift "DW Die Wohnungswirtschaft", will im Rahmen des Journalistennetzwerks für dieses Problem verstärkt sensibilisieren. Neue Erkenntnisse dazu werden unter bau.st/klone veröffentlicht.

Schlagworte zum Thema:  IT, SEO

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