DGNB: Hamburg-Oberbillwerder besonders nachhaltig

Der Masterplan für den 105. Hamburger Stadtteil Oberbillwerder wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit der höchsten Auszeichnung in Platin vorzertifiziert. Die IBA Hamburg GmbH baut hier bis zu 7.000 Wohnungen in fünf Quartieren.

Die hohen Ansprüche der Stadtplaner an Infrastruktur, Mobilität und Energieversorgung wurden nun von der DGNB mit einem vorläufigen Ergebnis von rund 80 Prozent vorzertifiziert: Geprüft wurden die 30 spezifisch für Stadtquartiere entwickelten Qualitätskriterien aus den Bereichen Ökologie, Ökonomie, Soziokultur sowie Funktionale-, Technische- und Prozess-Qualität. Das Vorzertifikat wird am 12. Juni im Rahmen des Hamburger Architektursommers verliehen.

"Oberbillwerder schlägt ein neues Kapitel nachhaltiger Quartiersentwicklung in Europa auf. Die DGNB Kriterien sind hier Messlatte und Qualitätssicherung gleichermaßen – mit den Menschen im Fokus der Planung." Thomas Kraubitz, Senior Auditor DGNB

Mit einer Fläche von 124 Hektar ist Oberbillwerder Hamburgs derzeit zweitgrößtes Stadtentwicklungsprojekt. Rund 30 Prozent der Wohnungen sind für den Verkauf vorgesehen, ein Drittel soll öffentlich gefördert und ein Drittel frei finanziert werden.

Der Masterplan: ein Gemeinschaftsprojekt

Die IBA hat den Masterplan in Absprache mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirksamt Bergedorf sowie mit Experten, Stadt- und Landschaftsplanern, Architekten, Politik und lokalen Akteuren gemeinsam entwickelt.

"Oberbillwerder soll ein Modellstadtteil mit naturnahem Wohnen, architektonisch vielfältig und vor allem bezahlbar für Menschen aller Einkommensgruppen sein. Ich freue mich sehr über die fachliche Anerkennung des Gesamtkonzepts." Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen

Die Planungen hatten im Juli 2017 begonnen: Mehr als 400 Beiträge von Hamburger Bürgern, dazu Gutachten und Erkenntnisse aus einer Ideenwerkstatt flossen in das Aufgabenpapier ein, auf dessen Grundlage internationale Planungsbüros im Frühjahr 2018 einen städtebaulich-freiraumplanerischen Entwurf für den neuen Stadtteil erarbeitet haben. Der Realisierungsprozess könnte bis zu 15 Jahre dauern. 

Agri Quartier Oberbillwerder
Den Abschluss nach Norden zu den Äckern bildet das Agri Quartier mit Gärten.

Überall Tempo 30, keine Parkplätze, dafür Mobility Hubs

Das zentrale Bahnquartier soll das Zentrum mit einem Platz und einer Rambla bilden. Im Blauen Quartier wird das Leben am Wasser im Mittelpunkt stehen. Den Abschluss nach Norden zu den Äckern bildet dann das am dünnsten bebauten Viertel, das Agri Quartier, in dem auch Platz für Gärten geschaffen wird. In östlicher Richtung entstehen das Grüne Quartier und das Park Quartier mit Bildungs- und Begegnungseinrichtungen sowie Sportanlagen.

Nachbarschaftsplatz im Bahnquartier Hamburg-Billwerder
Das zentrale Bahnquartier mit Nachbarschaftsplatz.

Neben einem Entwässerungskonzept wird nach Vorstellung der Stadtplaner eine neue Art der Mobilität das Viertel prägen: Tempo 30 überall, Parkplätze im öffentlichen Raum sind Fehlanzeige, dafür sollen 3.500 Parkhausplätze gebaut werden. Über Mobility Hubs sollen die Bewohner alternative Verkehrsmitteln nutzen.

Vom 13. bis 22. Juni 2019 zeigt die IBA Hamburg die mobile Ausstellung Oberbillwerder im Levantehaus. 


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