Der 15. DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft stand unter dem Motto "Gegen die Klimaplanwirtschaft: intelligente Lösungen statt noch mehr Regulierung". Schirmherr Axel Gedaschko, GdW-Präsident, ehrte die diesjährigen Preisträger am 7. Juni auf dem Aareon Kongress in Garmisch-Partenkirchen.

Der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft wird gemeinsam von Aareon und dem Fachmagazin "DW Die Wohnungswirtschaft" verliehen. Ausgezeichnet wurden drei Unternehmen, die mit integrierten und innovativen Konzepten einen Beitrag zur Ökobilanz geleistet haben: Die Hilfswerk-Siedlung GmbH aus Berlin, die KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH aus Frankfurt und die wbg Nürnberg GmbH aus Nürnberg.

CO2-Ausstoß durch eigenen Forst kompensieren

Die Berliner Hilfswerk-Siedlung GmbH wurde für ihr Projekt "HWS-Forst" ausgezeichnet. Bei dem Projekt geht es um die nachhaltige Bewirtschaftung eines rund 300 Hektar großen eigenen Waldstückes. Ziel des Projekts ist, den durch die Hilfswerk-Siedlung GmbH verursachten CO2-Ausstoß zu kompensieren.

Mit dem HWS-Forst konnte die CO2-Bilanz um knapp 1.500 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Diese Leistung wurde aufgrund genauer Analysen des aktuellen Status mit Hilfe des Thünen-Instituts für Waldökosysteme berechnet. Neben den Effekten für die Umwelt entsteht durch die Wirtschaftlichkeit des Projekts ein sinnvolles Geschäftsfeld für die Hilfswerk-Siedlung GmbH. Darüber hinaus bedeutet der stabile Holzpreis eine dauerhafte Wertsteigerung des Waldes.

Eine Gesamtlösung aus erneuerbaren Energien

Die Frankfurter KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH – eine Beteiligungsgesellschaft der Stadt Frankfurt am Main und der BSMF Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH – hat die Auszeichnung für ihr "Energieplus-Projekt Kamelienstraße – Wärmeversorung durch Kombination erneuerbarer Energiequellen" erhalten. Beim Bau von 56 Wohnungen in Passivhaus-Bauweise wurden unterschiedliche Konzepte aus dem Bereich erneuerbarer Energien und verschiedene Speichertechniken in eine Gesamtlösung integriert.

Die Gesamtanlage, ein korrespondierendes hydraulisches System, besteht aus einer 400 Quadratmeter großen Solarvoltaikanlage, sechs Helix-Sonden-Feldern, einer Groß-Speicheranlage mit Unterstationen und einem Eisspeicher in Kombination mit Sole-Wasser-Wärmepumpe. Die Anlage ist an das Nahwärmenetz des örtlichen Energieanbieters angeschlossen. Überschüssige Wärmemengen können eingespeist und bei Bedarf auch Wärme bezogen werden. Darüber hinaus steht den Bewohnern ein eCar-Sharing-Angebot zur Verfügung.

Energetisches Quartierskonzept aus Nürnberg

Die wbg Nürnberg GmbH Immobilienunternehmen hatte ihre Bewerbung mit dem Titel "Von der EnEV-basierten Gebäudemodernisierung zur nachhaltigen energetischen Quartiersentwicklung – Der Weg zur intelligenten Lösung" überschrieben. Dabei geht es um ein energetisches Quartierskonzept unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Ansatzes von modifizierten energetischen Standards, regenerativer Energieerzeugung, intelligenter Verbrauchssteuerung und digitalisierter Datenauswertung.

Das Unternehmen denkt nicht in Gebäuden, sondern in Quartieren und bevorzugt intelligente Lösungen statt noch mehr Regulierung. Das Konzept findet Anwendung zum Beispiel in der Kernwohnanlage Sündersbühl und bezieht Bestandsgebäude und Ersatzneubauten mit ein.

Die wbg Nürnberg GmbH treibt seit vielen Jahren das Thema Energieeinsparung voran. So ging der Endenergiebedarf des gesamten wbg-Bestands von 1990 bis 2017 um nahezu 30 Prozent zurück. Die CO2-Emissionen konnten um mehr als 76 Prozent reduziert werden.

Ausführliche Artikel über die drei prämierten Projekte werden in der Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft, Ausgabe 8/2018 erscheinen.

Kurzfilme zu den Projekten sind unter den folgenden Links veröffentlicht:

Hilfswerk-Siedlung GmbH

KEG Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH

wbg Nürnberg GmbH  Immobilienunternehmen