| 10 Jahre Stadtumbau Ost

Stadtentwicklung im Wandel

Das Programm Stadtumbau Ost trägt zur Sicherung und Sanierung von Beständen in innerstädtischen Gründerzeitquartieren bei.
Bild: IRS

Am 6. Juni 2012 veranstaltete das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) einen Kongress zum zehnjährigen Bestehen des Städtebauförderungsprogramms Stadtumbau Ost. Politiker, Planer, Wohnungseigentümer und Vereine zogen Bilanz.

Der Stadtumbau sei Motor für Innovation, sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesbauministerium (BMVBS) anlässlich des Kongresses. Vor zehn Jahren startete das Bund-Länder-Förderprogramm Stadtumbau Ost. Ziel ist es, Kommunen in den neuen Bundesländern bei der Bewältigung der Folgen von Abwanderung, demographischem Wandel und ökonomischem Strukturwandel zu unterstützen. Über 400 Städte und Gemeinden nutzen das Programm mittlerweile. Mit integrierten Stadtentwicklungsstrategien und der Bündelung von Rückbau- und Aufwertungsmaßnahmen ist es vielerorts gelungen, den Wohnungsleerstand zu senken, Infrastruktureinrichtungen anzupassen und zukunftsfähige Stadtquartiere zu schaffen. 

Bis heute wurden dabei – gefördert durch das Programm Stadtumbau Ost – rund 300.000 leerstehende Wohnungen abgerissen und zahlreiche Aufwertungsmaßnahmen durchgeführt. 1,2 Mrd. Euro der insgesamt zur Verfügung gestellten mehr als 2,7 Mrd. Euro stellte der Bund bereit, so Staatssekretär Bomba: "Es ist beeindruckend, was die Kommunen und Gebäudeeigentümer in zehn Jahren Stadtumbau Ost geleistet haben. Der Stadtumbau bleibt die wichtigste Antwort auf den demografischen und wirtschaftlichen Wandel.“ 

Zur wissenschaftlichen Begleitung des Programms wurde im Jahr 2004 die Bundestransferstelle Stadtumbau Ost geschaffen. Sie ist im Leibniz‐Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS) angesiedelt. „Konsens aller Akteure ist, dass der Stadtumbau noch lange nicht abgeschlossen ist und große Herausforderungen noch vor den Kommunen liegen“, betont Ulrike Hagemeister von der Bundestransferstelle. „Die Probleme der nächsten Jahre werden erheblich komplexer als bisher. Der Leerstand ist jetzt deutlich disperser verteilt als in den 1990er Jahren, sodass die Umsetzung des weiter notwendigen Rückbaus erschwert ist.“ Die Herausforderung bestünde u.a. darin, insbesondere Privateigentümer und Zwischenerwerber von kleineren Wohnungsbeständen müssen stärker in den Stadtumbau zu integrieren, sagte sie. 

Die Verbände der Wohnungswirtschaft werten die Erfolge des Stadtumbaus positiv, sehen aber u.a. Handlungsbedarf im Bereich der Altschuldenhilfe.

Schlagworte zum Thema:  Stadtumbau, Förderung

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