Gebäudeenergiegesetz: Austauschpflicht für alte Heizungsanlagen

Viele alte Heizkessel stehen in diesem Jahr vor dem Aus, wenn sie älter als 30 Jahre sind. Für reine Ölheizungen gilt ab 2026 zudem ein Einbauverbot. Das regelt das neue Gebäudeenergiegesetz. Wer die alte Heizung ausmustert, wird gefördert. Wer Fristen verpasst, dem drohen hohe Bußgelder.

Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG), das im November 2020 in Kraft getreten ist, soll der Austausch alter Heizungsanlagen mit schlechter Klimabilanz forciert werden. Wer die Fristen für den vorgeschriebenen Austausch alter Heizungsanlagen verpasst, muss mit Bußgeldern rechnen. Wer die alte Heizung ausmustert, dem winken hohe Zuschüsse – und auch sonst sind Förderungen drin.

Selbst Eigentümer, die nicht komplett auf erneuerbare Energien umsteigen, können mit Geld rechnen. Darauf weist das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm "Zukunft Altbau" hin. Der Austausch einer alten Ölheizung gegen eine klimafreundlichere Anlage etwa wird mit einer "Austauschprämie" von bis zu 45 Prozent der Investitionskosten gefördert. Die Förderung können unter anderem Wohnungseigentümergemeinschaften, private Eigentümer, Kommunen und Wohnungsunternehmen beantragen, wenn sie erneuerbare Wärme nutzen.

Alte Heizung außer Betrieb nehmen: Das schreibt das Gesetz vor

Das GEG sieht eine Austauschpflicht für veraltete Heizungsanlagen bei Eigentümerwechsel vor. Der neue Eigentümer muss Anlagen, die älter als 30 Jahre sind, innerhalb von zwei Jahren durch ein modernes Modell ersetzen. Ausgenommen sind Niedertemperatur- oder Brennwertkessel. Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern, die ihr Haus seit dem 1.2.2002 selbst bewohnen, sind nicht von der Regelung betroffen. Die Austauschpflicht gilt zunächst vor allem für vermietete Gebäude.

Besonders verbreitet sind vor allem im ländlichen Raum immer noch Ölheizungen. Gas- oder Ölheizkessel, die 1991 oder später eingebaut wurden, dürfen noch 30 Jahre lang betrieben werden – Heizkessel, die vor dem 1.1.1991 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen für das Verbot gelten, wenn ein Haus weder mit Gas noch mit Fernwärme versorgt werden kann und die Heizung auch nicht aus erneuerbaren Energien betrieben werden kann.

Strafe bei Verstoß gegen Austauschpflicht: Bis zu 50.000 Euro Bußgeld

Ab 2026 soll der Einbau von reinen Ölheizungen (und Heizkesseln, die ausschließlich mit festen fossilen Brennstoffen, wie etwa Kohle, betrieben werden) aus Klimaschutzgründen verboten werden. Ausgenommen sind Gebäude, in denen keine alternative Wärmeerzeugung zu Öl möglich ist. Eine Ausnahme gilt auch dann, wenn der Austausch unwirtschaftlich ist. Und Hybridlösungen sollen sowohl im Neu- als auch Altbau noch nach 2026 möglich sein.

Ignorieren Eigentümer die GEG-Vorschriften zu den Austauschpflichten für die Heizung, wird es richtig teuer. Das Gebäudeenergiegesetz sieht bis zu 50.000 Euro Bußgeld vor. Das gilt auch für die Einschränkungen bei der Ölheizung ab 2026.

Heizung austauschen: Bei den Zuschüssen ist das Bafa federführend

Das neue GEG setzt aber auch die Rahmenbedingungen für finanzielle Anreize zum Austausch alter Ölheizungen: Wer sie komplett gegen ein klimafreundliches Modell austauscht, erhielt bis zum 31.12.2020 zusätzlich zur Förderung eine Austauschprämie in Höhe von zehn Prozent der Investitionskosten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Seit dem 2.1.2021 fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) den "Einbau von Erneuerbaren Heizungen" als Einzelmaßnahme im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM).

Die BEG EM ist im Januar 2021 in der Zuschussvariante beim Bafa gestartet und ersetzt die bestehenden Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich – darunter das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren), das Programm zur Heizungsoptimierung (HZO), das Anreizprogramm Energieeffizienz (APEE) und das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP).

Heizungstausch: Was bei der Steuer geltend gemacht werden kann

Daneben gibt es auch die Förderprogrammen der KfW-Bank für energieeffizientes Sanieren sowie Landesprogramme oder Förderprogrammen der Kommunen oder Energieversorger. Informationen finden sich unter anderem im Fördermittelcheck der Beratungsgesellschaft CO2 online – mit Postleitzahlensuche.

Laut "Zukunft Altbau" können Eigentümer den Austausch der alten Heizungen auch als energetische Sanierungsmaßnahme bei der Steuer geltend machen. Verteilt auf drei Jahre können 20 Prozent der Kosten von der Steuer abgesetzt werden: in den ersten beiden Jahren jeweils sieben, im dritten Jahr sechs Prozent. Maximal dürfen 40.000 Euro abgezogen werden, förderfähig sind Aufwendungen für Sanierungsmaßnahmen von bis zu 200.000 Euro. Diese Regelung gilt vorerst bis 2029.


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Schlagworte zum Thema:  Klimaschutz, Heizung, Förderung, Sanierung