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Zwischen Energiewende und Konjunkturpaket III

Der Nachfolger der Bundesimmobilienkonferenz hat 2013 eines verdient: mehr Öffentlichkeit
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Vergangene Woche fand in Berlin die Konferenz "Öffentlicher Raum, Bau, Immobilie" statt. 90 Entscheider der Immobilienbranche diskutierten einen Tag unter dem Motto "Zwischen Energiewende und Konjunkturpaket III" die Herausforderungen für Marktteilnehmer, Politik und Verwaltung.

Vom öffentlichen Raum über den öffentlichen Bau zur öffentlichen Immobilie hatte Oliver Lorenz, Geschäftsführer der Wegweiser GmbH, den Konferenzbogen gespannt. Neben Podiumsdiskussionen Workshops wurden auch in Networkingpausen die ordnungspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen für Politik, Verwaltung und private sowie gewerbliche Marktteilnehmer herausgearbeitet.

Für 900 brandenburgische Gebäude liegen Energieausweise vor

Architekt Prof. Meinhard von Gerkan berichtete weitschweifig nicht über den Bau, nicht über die Immobilie sondern über den Raum dazwischen. Er lobte Verweilqualitäten, Partizipation und Austausch etwa des Pariser Place du Voges. Viele öffentliche Plätze bekamen allerdings auch ihr Fett weg. So der bis heute nicht gestaltete Platz um den Berliner Hauptbahnhof.

Konkreteres berichtete Daniela Trochowski, Finanzstaatssekretärin des Landes Brandenburg: Etwa, dass für die 900 brandenburgischen öffentlichen Gebäude bereits Energieausweise vorlägen. Und, dass geeignete Sanierungsmaßnahmen für diesen Bestand im Gange seien. Diese seien angesichts eines schrumpfenden Haushalts und bevorstehender Schuldenbremse und Fiskalunion allerdings "geringinvestiv".

Bund: Teilnahme an EU-Energie-Effizienzrichtlinie zugesichert

Eine frühere Partizipation der Bürger an öffentlichen Großprojekten forderte Dr. Julian Nebel, Partner bei Görg. Es schieden sich dann die Geister, ob diese besser formell oder informell stattfinden sollte.

Den Spagat zwischen einzelnen Business Improvement Districts (BID) und der Stadtentwicklung für die Allgemeinheit demonstrierten Dr. Sebastian Binger, BID-Verantwortlicher bei Otto Wulf und Rainer Nagel, Senatsverwaltung Berlin. Ersterer verwies auf bereits 13 erfolgreiche BID's in Hamburg. Letzterer unterstrich die Stadtentwicklung mit "Nutzen für jeden ohne Geld".

Peter Rathert, Referatsleiter im Bundesbauministerium, sagte die Teilnahme des Bundes bei der Umsetzung der gerade in Kraft getretenen EU-Energieffizienzrichtlinie zu. Zurzeit prüfe der Bund inwiefern der nationale Sanierungsfahrplan diese Anforderungen bereits erfülle.

ZIA fordert Investitionszuschüsse für Sanierungen

Im Namen der gewerblichen Immobilienwirtschaft sagte Bärbel Schomberg, Vize-Präsidentin des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA), auch die Teilnahme ihres Verbandes an der Energiewende zu, sofern sie sich auch wirtschaftlich darstellen ließe. Dafür forderte sie Investitionszuschüsse für Sanierungen.

Solche rechneten sich durch Steuermehreinnahmen und könnten wie ein Konjunkturpaket III wirken, hingen jedoch noch bis mindestens zum 12. Dezember im Vermittlungsausschuss zwischen Bundesrat und Bundestag mit ungewisser Entscheidungswahrscheinlichkeit.

Schlagworte zum Thema:  Energiewende, Energieeffizienz, Konjunkturpaket, Konferenz

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