19.07.2012 | GdW

Zukunft der Wohnraumförderung muss dringend gesichert werden

GdW: "Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen"
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der deutsche Wohnungswirtschaft fordert angesichts der akuten Knappheit an günstigen Wohnungen in städtischen Regionen eine schnelle Entscheidung der Politik in Sachen Wohnraumförderung. Man benötige dringend Planungssicherheit, sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko.

„Wir brauchen dringend mehr sozialen Wohnraum in Deutschland – insbesondere in den immer beliebter werdenden Ballungsregionen wie Hamburg, München, Berlin und Stuttgart“, so Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen.. „Wenn sich ... bei der sozialen Wohnraum- und der Städtebauförderung nicht zügig etwas bewegt, sind Probleme in Quartieren und soziale Spaltung vorprogrammiert.“

GdW: Deutsche Wohnungswirtschaft braucht dringend Planungssicherheit

Mit Bedauern stelle er fest, dass die Frage der Zukunft der Wohnraumförderung weiterhin offen ist. In einem Eckpunktepapier zur innerstaatlichen Umsetzung der neuen Vorgaben des Fiskalvertrages und des Stabilitäts- und Wachstumspakts vom 24.6.2012 wird dazu festgehalten, dass eine Entscheidung auf den September vertagt wurde. Laut Gedaschko benötigt die deutsche Wohnungswirtschaft jedoch, vor allem angesichts der langen Vorläufe von Neubauprojekten, dringend Planungssicherheit in dieser Frage.

Gedaschko: "Wohnraumförderung nach 2013 in Höhe von 528 Millionen Euro fortführen"

Würden die Bundesmittel für die Wohnraumförderung nicht auch nach 2013 in mindestens gleicher Höhe von 518 Millionen Euro pro Jahr fortgesetzt, "werden sozial schwächer gestellte Menschen die Leidtragenden sein – für sie wird schlicht nicht genügend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen“, warnte der GdW-Chef.

Er appelliert deshalb erneut an die Bundesländer, sich auch für eine freiwillige Selbstverpflichtung zur Fortsetzung der investiven Zweckbindung auf Länderebene einzusetzen.

Zahl der Sozialwohnungen bundesweit stark rückläufig

Rund 4,5 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland werden vom Staat finanziell unterstützt. Das entspricht 21 Prozent aller Mieterhaushalte. Gleichzeitig ist die Zahl der Sozialwohnungen bundesweit stark rückläufig. Aktuelle Zahlen des GdW unterstreichen diesen Trend.

Waren es im Jahr 2002 noch rund 2,57 Millionen Wohnungen mit Preisbindung, verringerte sich die Zahl im Jahr 2008 um 716.924 Wohneinheiten und lag nur noch bei rund 1,85 Millionen Wohnungen. Im Jahr 2011 gab es bei den GdW-Unternehmen insgesamt nur noch 1.014.311 Wohnungen mit Mietpreis- oder Belegungsbindung. Das sind rund 39.100 Wohnungen weniger als noch in 2010.

Derzeit wird vorwiegend im oberen Preissegment gebaut

Eine aktuelle Umfrage des GdW bei den Mitgliedsunternehmen hat dabei ergeben, dass vorrangig im oberen Preissegment gebaut wird. Dort liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei acht Euro. Im unteren Preissegment (Mietendurchschnitt 5,74 EUR) wurde in den alten Ländern nur jede fünfte neue Wohnung errichtet.

Neubau ist durch die Anforderungen an die Energieeffizienz, aber auch durch die Preise für den Baugrund und die Baukosten so teuer geworden, dass er sich in vielen Fällen nur noch im oberen Mietpreissegment rechnet. Allein die Baukosten sind seit Anfang 2010 deutlich angestiegen – und zwar um 2,1 Prozent im Jahr 2010 und 3,6 Prozent im Jahr 2011.

GdW: Mittel für Städtebauförderung vollkommen unzureichend

Angesichts der drastisch zunehmenden Herausforderungen wie demografischer Wandel oder die Notwendigkeit energetischer Sanierungen im Gebäudebestand, reichen laut GdW auch die jetzt im Zuge des Bundeshaushaltes 2013 vorgesehenen 455 Millionen Euro für die Städtebauförderung nicht aus. Notwendig wären mindestens 655 Millionen Euro, so die Ansicht des Verbandes. Andernfalls werde sich die bundesweit zu beobachtende Problematik der Wohnungsmärkte deutlich verschärfen.

Positives Signal aus Brüssel: Förderung des Wohnens nicht mehr ausgeschlossen

Ein positives Signal gibt es aus Brüssel: Die Europäische Kommission plant, bei der Strukturfondsförderung ab 2014 die Förderung des Wohnens nicht mehr auszuschließen. Nach den neuen Entwürfen sollen 20 Prozent der Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) einer Region in die Verminderung des CO2-Ausstoßes investiert werden – damit werden die Fördermöglichkeiten für energetische Sanierungen gestärkt.

Schlagworte zum Thema:  Soziale Wohnraumförderung, Wohnraumförderung

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