Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) kritisiert, dass der Staat gegen steigende Mieten in Großstädten zu wenig unternimmt. Zudem würden die Kommunen Mittel für schnelles und günstiges Bauen nicht genug ausschöpfen.  

„Wir als Branche müssen bessere politische Rahmenbedingungen erhalten und brauchen weniger Regulierung und Ideologie, um schneller, effizienter und intelligenter bauen zu dürfen“, erklärt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

„Die angespannte Stimmung erzeugt hitzige Diskussionen, die wir dringend führen müssen. Dennoch müssen wir auch auf sachlicher Ebene Lösungen finden.“ Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA

ZIA hat 5.000 Menschen befragt

Der Verband verweist auf eine eigene Umfrage unter 5000 Befragten. Demnach sehen mehr als 80 Prozent der Bundesbürger steigende Bau- und Grundstückskosten als wesentlichen Grund für die Mietpreisanstiege in Metropolen. Nur das allgemein geringe Wohnangebot werde noch stärker für das immer teurere Wohnen in Großstädten verantwortlich gemacht (86,9 Prozent), heißt es in dem Papier. Laut der Umfrage befinden sich derzeit 14,7 Prozent der Befragten auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Insbesondere in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist der Anteil an Wohnungssuchenden mit 30,5 Prozent besonders hoch. Zudem sind „Arbeitslose/Nichterwerbspersonen“ vergleichsweise häufig auf der Suche (27,6 Prozent).

„Daraus können wir bereits sehr gut die Zielgruppe von neuem Wohnraum ablesen, nämlich bezahlbare Wohnungen für einkommensschwächere Haushalte sowie junge Familien und Berufseinsteiger.“ Rolf Buch, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Wohnen

Bauen sei in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden, sagt ZIA-Präsident Mattner. Dabei gebe es viele Instrumente wie digitale Planungen, Konzeptvergaben für Grundstücke oder serielles länderübergreifendes Bauen. „Diese Angebote werden aber von zu wenigen Kommunen genutzt“, moniert Mattner. „Hier findet sich ein erhebliches Potenzial.“

ZIA kritisiert Landesbauordnungen

Der ZIA kritisiert etwa den Bestand verschiedener Landesbauordnungen, die Verzögerungen und Kosten verursachten. Einmal genehmigte Bautypen sollten in allen Bundesländern anwendbar sein, um schnell in Serie bauen zu können.

„Um serielles Bauen voranzubringen, braucht es eine verbindliche Festlegung bestimmter technischer Anforderungen in einer Bundesbauordnung“, fordert der Verband. Vor allem im Wohnungsbau würden so „dringend benötigte Planungs- und Baukapazitäten frei.“

Verband plädiert für Konzeptvergaben

Zudem plädiert der Verband für Konzeptvergaben. Dabei verzichten Kommunen bei der Vergabe von Grundstücken auf den maximal möglichen Preis und entscheiden nach Qualität des eingereichten Vorschlags von Projektentwicklern - etwa ökologische und energieeffiziente Kriterien oder Ideen für soziale gemischte Wohnquartiere.

Um den Wohnungsmangel in Deutschland zu beheben, sind nach Ansicht von Regierung und Immobilienbranche 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen pro Jahr nötig. 2017 wurden aber nur knapp 285.000 fertiggestellt. Auch bei den Baugenehmigungen zeichnet sich in diesem Jahr noch keine Wende ab.  In den Bauämtern sei zuletzt viel Personal abgebaut worden, kritisiert ZIA-Präsident Mattner. Viele Kommunen seien mit den Herausforderungen im Immobilienboom überlastet. Ein Mangel an Handwerkern, vor allem bei Meistern, bremse den Bauboom ebenfalls, schrieb jüngst die Förderbank KfW.

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