25.02.2016 | Politik

ZIA legt Positionspapier zum "Klimaschutz" und Maßnahmenkatalog für "Altersgerechtes Wohnen" vor

ZIA: Auch die Bundesmittel für das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" sollen aufgestockt werden
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Immobilienverband ZIA hat der Bundesregierung ein Positionspapier zum Thema "Altersgerechtes Wohnen" vorgelegt. Außerdem wies der ZIA bei einem Treffen mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) zum Klimaschutzplan 2050 auf Risiken für die deutsche Immobilienwirtschaft hin. So sei etwa die Beschränkung der Förderung von Neubau und Sanierung abhängig von den verwendeten Baustoffen nicht zielführend.

"Das Maßnahmenset 2.1 der Bundesregierung enthält mehrere positive Ansätze, die wir gern unterstützen. Doch einige Aspekte stellen ein erhebliches Risiko für die Branche, aber auch private Kapitalanleger und Sparer dar", sagt Dr. Andreas Mattner, Präsident des ZIA.

Die Beschränkung der Förderung von Neubau und Sanierung abhängig von den verwendeten Baustoffen, wie sie im Punkt „Hochwertige Verwendung und Verwertung von Stoffen, Bauteilen und Baugruppen, Einsatz nachhaltiger Baustoffe“ vorgeschlagen wird, könnte einen zusätzlichen Sanierungsstau befördern oder den energieeffizienten Neubau bremsen. Die Wahl der Baustoffe müsse der Entscheidung des Investors im Einzelfall obliegen, die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen dürfe nicht gefährdet werden, so Mattner.

Verschärfungen des Neubaustandards konterkarieren bezahlbares Bauen

Im Punkt „Angleichung der Standards für Neubauten an die Erfordernisse des Klimaschutzes“ schlägt die Bundesregierung vor, die Anforderungen der EnEV für Neubauten bis 2020 mindestens auf das Niveau des heutigen KfW-55 Energieeffizienzhauses oder niedriger zu steigern. Bis 2030 sollen die Standards in Richtung Plusenergiehaus weiterentwickelt werden. Auch diesen Aspekt kritisiert der ZIA.

"Bezahlbarer Neubau sollte vor dem Hintergrund des aktuellen Zustroms und der angespannten Immobilienmärkte insbesondere in unseren Großstädten das absolute Nonplusultra sein“, so Mattner. Schon heute sei der Staat ein wesentlicher Kostentreiber für die Entwicklung von neuen Immobilien. Die Verschärfung der EnEV zum Januar 2016 habe die Herstellungskosten um durchschnittlich acht Prozent nach oben getrieben. Die CO2-Einsparung liege hingegen bei gerade einmal 0,02 Prozent.

Maßnahmenkatalog der ZIA-Initiative "WohnenPlus" zum "Altersgerechten Wohnen"

Derzeit sind einer Studie des BMBU zufolge nur 600.000 bis 800.000 Wohnungen in Deutschland altersgerecht. Die Initiative "WohnenPlus" des ZIA schlägt als Maßnahme unter anderem vor, ein "Bündnis für altersgerechtes Wohnen“ im BMUB einzurichten und einen "Demografie-Tisch" einzuberufen, um mit Sozialverbänden und Immobilienwirtschaft die dringlichsten Probleme zu besprechen.

Außerdem solle eine Kommission unterschiedliche Szenarien der demografischen Entwicklung unter Berücksichtigung der Zuwanderung und der Flüchtlingssituation sowie der Urbanisierung und deren Auswirkung auf den ländlichen Raum und bezahlbaren Wohnraum für eine älter werdende Gesellschaft untersuchen.

Dazu wäre die Verstetigung und Aufstockung der jährlich 50 Millionen Euro Bundesmittel für das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" sowie die Schaffung von Infrastruktur durch Stiftungen im sozialen Umfeld für ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden sinnvoll.

Aktuelle Finanzierungsformen verhindern Entwicklung

Auch die aktuellen Finanzierungsformen sind dem ZIA zufolge für den altersgerechten Um- und Neubau nur bedingt tauglich. Der Wohnungswirtschaft müsse eine angemessene Rendite ermöglicht werden, so Rolf Buch, der Vorsitzende der ZIA-Plattform Wohnen.

Durch eine neue Kooperation von Pflegebedürftigen, Staat, Sozial- und Gesundheits- sowie Immobilienwirtschaft könnten aber für die Finanzierung und Implementierung neue Synergien entstehen:

  1. Leistungen/Systeme, die das Wohnungsunternehmen kostengünstig/-frei bereitstellen kann;
  2. Leistungspakete, die über die staatliche Förderung begleitet werden (KfW-Förderprogramme, Umbau im Quartier, Städtebauförderung);
  3. Leistungspakete, die durch die Pflegeversicherung übernommen werden.

Lesen Sie auch:

KfW erweitert Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen"

Schlagworte zum Thema:  Politik, Immobilienverband, Klimaschutz

Aktuell

Meistgelesen