04.09.2013 | Verbände

Demografischer Wandel: Wohnungswirtschaft fordert Masterplan

Publikum beim Demografiekongress 2012
Bild: Gesundheitsstadt Berlin

Wohnungsverbände fordern anlässlich des am 4. und 5. September in Berlin stattfindenden Demografie-Kongresses einen Masterplan von der Bundesregierung: Gefordert werden etwa bauliche Maßnahmen an Gebäuden durch technische Assistenzsysteme sowie medizinische Versorgung im Quartier.

"Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft langfristig und wird älter", so Axel Gedaschko, Präsident des Gd WBundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Das erfordere Investitionen in barrierearme Wohnungen und ein barrierearmes Wohnumfeld. "Wir brauchen einen Masterplan 'Wohnen für ein langes Leben' – und zwar für jede einzelne Kommune", so der GdW-Chef weiter.

Rund 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind 65 Jahre und älter. Das entspricht 16 Millionen Menschen. Etwa 3,7 Millionen davon sind mindestens 80 Jahre alt. Bis zum Jahr 2050 dürfte sich die Zahl der über 80-Jährigen auf rund zehn Millionen Menschen nahezu verdreifachen. Bundesweit leben derzeit nur etwa eine halbe Million der Senioren in Deutschland in barrierearmen oder barrierefreien Wohnungen.

GdW: Auch kommunale Demografiekonzepte finanziell unterstützen

Zentraler Bestandteil eines Masterplans muss es sein, die baulichen Maßnahmen an Gebäuden durch technische Assistenzsysteme sowie medizinische Versorgung im Quartier, wohnungsnahe Einkaufsmöglichkeiten und ambulante Pflege- und Betreuungsleistungen zu ergänzen.

Darüber hinaus sollten kommunale Demografiekonzepte finanziell unterstützt werden. Außerdem sei es dringend geboten, dass aus dem Bundeshaushalt im Rahmen der Demografiestrategie wieder neue Mittel für das KfW-Programm 'Altersgerecht Umbauen' bereitgestellt werden. Denn das Eigenprogramm der KfW reicht an dieser Stelle nicht aus, um den eigentlichen Bedarf abzudecken.

BID: Große Defizite bei der Bewältigung des demografischen Wandels in Deutschland

Auch die BID Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland forderte die Bundesregierung zum stärkeren Engagement im Gebäudebereich auf. "Die Schaffung von barrierearmen und flexiblen Grundrissen sowie die Anpassung des Wohnumfeldes müssen ... stärker in der politischen Umsetzung berücksichtigt und in Förderprogrammen klug miteinander verzahnt werden", fordert Andreas Mattner, Vorsitzender der BID und Präsident des Zentralen Immobilien Ausschusses ZIA.

"Neben baulichen Anpassungen von Wohnungen müssen auch neue technische Möglichkeiten genutzt sowie die Betreuung und Pflege in den Quartieren ausgebaut werden", betont auch Mattner. Bei der Anpassung von Wohnungen und Quartieren solle auf jeden Fall auf flexible, auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte Konzepte gesetzt werden.

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