10.12.2015 | Mecklenburg-Vorpommern

Wohnungsunternehmen richten 1.900 Einheiten für Flüchtlinge her

Wohnungsunternehmen haben Förderbedarf für ihre Wohnungssanierungen für Flüchtlinge
Bild: S. Hofschlaeger ⁄

Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben auf eigene Kosten 1.900 leerstehende Wohnungen renoviert und vermietet, vor allem an Flüchtlinge. Das teilt der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) mit. Das Land soll mit einem Sonderprogramm Förderungen zugesagt haben: Pro Wohnung könnten bis zu 3.000 Euro erstattet werden, wenn 6.000 Euro Kosten anfallen.

Der Verband fordert von der Politik ein Landesprogramm zum Wohnungsneubau, Baugrundstücke von Kommunen und kürzere Bearbeitungszeiten für Bauanträge. Außerdem müssten die Energie-Standards für Wohnungen gesenkt werden, da sie zu sieben bis acht Prozent höheren Baukosten führten.

Zudem schlägt der Verband ein Wohnortzuweisungsgesetz vor, wie es das von 1989 bis 2009 für Aussiedler gab. Diese mussten auf bestimmte Zeit an einem Ort bleiben, wenn sie von Transferleistungen abhängig waren. Dies schaffe mehr Planungssicherheit.

Das Problem derzeit ist auch: Die Unternehmen wissen nicht, wie lange die sanierten Wohnungen vermietet seien. Manchmal seien es nur zwei Monate. Dabei entstünde bei einem großen Durchlauf ein hoher Abnutzungsgrad, so der Verband. Die Wohnungen seien nach kurzer Zeit wieder sanierungsbedürftig.

Die meisten Wohnungen wurden in Neubrandenburg, wo es 4,5 Prozent Leerstand gab, und in Schwerin mit 14,5 Prozent Leerstand saniert. Im Landesdurchschnitt stünden bei den Wohnungsunternehmen 6,6 Prozent leer. Viele Wohnungen auf dem Land seien wegen fehlender Infrastruktur nicht für Flüchtlinge geeignet.

Im kommenden Jahr rechnet der VNW mit weiteren 1.500 Wohnungen. Pro Wohnung sei mit drei bis acht Flüchtlingen zu rechnen.

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