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Wohnungsknappheit hier, Leerstand dort

Unterschiedliche Situationen auf dem Wohnungsmarkt
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Wohnungsmärkte in Deutschland sind sehr unterschiedlich. Während die Lage in vielen Städten angespannt ist, herrscht in anderen Regionen Leerstand, so das Fazit einer Expertenanhörung im Bundestag.

Es gibt in vielen deutschen Städten zu wenig preiswerte Wohnungen. In anderen Regionen dagegen ist ein großer Leerstand. Darüber waren sich die Experten bei einer öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung einig. Dabei ging um den Bericht der Bundesregierung über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland - BT-Drucks. 17/11200 - sowie Anträge von SPD und der Linksfraktion.

Für Kai H. Warnecke, stellvertretender Generalsekretär von Haus & Grund Deutschland, kommt der sozialen Abfederung der steigenden Wohnkostenbelastungen eine „besondere Bedeutung“ zu. Dies gelte besonders, da eine kurzfristige Behebung der regionalen Engpässe nur begrenzt möglich sei. Er wies darauf hin, dass keine allgemeine Wohnungsnot drohe, sondern ein erschreckend hoher Wohnungsleerstand von 3,5 Millionen Wohnungen (8,4 Prozent des Wohnungsbestandes) bestehe. Steigende Wohnkosten seien nicht auf höhere Kaltmieten zurückzuführen, sondern auf die vom Vermieter nicht zu beeinflussenden Kosten für Strom und Heizung. Der Anstieg habe in diesem Bereich mehr als 60 Prozent betragen.

Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes, sieht ein Nebeneinander von entspannten und angespannten Wohnungsteilmärkten. Nicht nur die Situation in einigen Großstädten dürften in den Fokus rücken, sondern es müssten auch Strategien entwickelt werden, wie Leerständen in vielen Regionen begegnet werden können.

Walter Rasch, Präsident des Bundesverbandes freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) sprach sich dafür aus, die energetischen Anforderungen an den Wohnraum nicht weiter zu verschärfen, um die Schaffung von preiswertem Wohnraum nicht weiter zu erschweren.

Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverband Deutschland (IVD), forderte, die Investitionsbereitschaft nicht durch steuerpolitische Vorhaben oder durch ein stärkere Regulierung des Mietrechts zu verunsichern. Jede weitere Belastung könnte den Motor der Immobiliengesellschaft zum Abwürgen bringen.

Christian Lieberknecht vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) forderte, die Höhe der Abschreibung „an die Realität“ anzupassen und auf vier Prozent (bisher zwei Prozent) zu erhöhen. Auch müssten die Länder und Kommunen die Bundesmittel für den Wohnungsbau auch zweckentsprechend einsetzen.

Gesine Kort-Weiher vom Deutschen Städtetag rechnet damit, dass die regionalen Unterschiede am Wohnungsmarkt zunehmen. Deshalb stellten sich für die Teilmärkte auch unterschiedlichen Anforderungen. Auch wenn die aktuelle wohnungspolitische Diskussion im Wesentlichen durch die von Wohnraummangel geprägten Städte und Regionen dominiert werde, dürften die für Städte und Gemeinden mit eher ausgeglichenen Wohnungsmärkten oder sogar einem Wohnungsüberhang bestehenden Herausforderungen nicht aus den Augen verloren werden. Vorrang sei in den betroffenen Städten eine Ausweitung des Wohnungsangebotes durch Neubauten. Dabei müssten die Bemühungen vor allem auf eine Ausweitung des geförderten Wohnungsbaus im mittleren und unteren Preissegment konzentriert werden.

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