Bezahlbare Mietwohnungen sind Mangelware: Brandenburg greift jetzt in den Fördertopf und bezuschusst Wohnungsunternehmen Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt auch im Umland von Brandenburg. Nun kündigte das Infrastrukturministerium in Potsdam an, Wohnungsunternehmen und privaten Investoren für jeden neu gebauten Quadratmeter einen Zuschuss von 350 Euro zu gewähren. Die Förderung ist allerdings an Bedingungen geknüpft.

Die Richtlinie zur Förderung des Mietwohnungsbaus sei rückwirkend zum 1. Januar geändert worden, heißt es in Potsdam. Voraussetzung für den Zuschuss ist den Angaben zufolge, dass die Wohnungen für 25 Jahre Mietpreis- und belegungsgebunden sind. Wohnungsunternehmen und private Investoren können zudem ein Darlehen von bis zu 1.450 Euro pro Quadratmeter in Anspruch nehmen.

75 Prozent der Investoren interessieren sich laut einer Studie von Dr. Lübke & Kelber grundsätzlich für den geförderten Mietwohnungsbau. Viele werden demnach aber nicht tätig, da nicht nur die Renditeaussichten im Vergleich zum freifinanzierten Mietwohnungsneubau geringer ausfallen, sondern auch die Fördersysteme abschrecken.

Das Brandenburger Angebot gilt für 50 märkische Gemeinden im Umland von Berlin. Für die Zuschüsse stehen 30 Millionen Euro aus der Wohnraumförderung zur Verfügung. Bislang sollte mit den Zuschüssen auch Wohnraum für Geflüchtete entstehen. Weil der Bedarf dafür deutlich zurückgegangen ist, konnte die Richtlinie geändert werden. In Brandenburg gibt es nach Angaben des Ministeriums 1,3 Milliarden Mietwohnungen. Davon seien etwa 40.000 mietpreis- und belegungsgebunden. Prognosen zufolge wird sich diese Zahl bis 2030 halbieren.

Die SPD hat Anfang des Jahres angekündigt, die Wohnungsgemeinnützigkeit mit Privilegien für den sozialen Wohnungsbau wieder einführen zu wollen, um den Wohnungsmangel zu bekämpfen.

Schlagworte zum Thema:  Mietwohnung, Wohnungsmangel, Zuschuss, Erhaltene öffentliche Zuschüsse

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