Wohngeldhaushalte am 31.12.2015 und Wohngeldausgaben 2015 nach Ländern Bild: Destatis

Im Jahr 2015 haben in Deutschland rund 460.000 Haushalte Wohngeld bezogen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.  Das sind rund 19 Prozent weniger Empfängerhaushalte als 2014. Damals hatten rund 565.000 Haushalte Wohngeld erhalten. Insgesamt haben Bund und Länder im vergangenen Jahr zusammen knapp 681 Millionen Euro für Wohngeld ausgegeben. Zum 1.1.2016 wurde das Wohngeld erstmals nach sechs Jahren wieder erhöht.

In Mecklenburg-Vorpommern waren die privaten Haushalte im Jahr 2015 mit einem Anteil von 2,5 Prozent am häufigsten auf Wohngeld angewiesen, am seltensten in Bayern mit einem Anteil von 0,6 Prozent. Der monatliche Wohngeldanspruch von reinen Wohngeldhaushalten lag im vergangenen Jahr im Schnitt bei 115 Euro, von wohngeldrechtlichen Teilhaushalten bei 128 Euro.

Insgesamt gaben Bund und Länder im vergangenen Jahr zusammen knapp 681 Millionen Euro für Wohngeld aus. Im Vergleich zu 2014 sanken die Wohngeldausgaben damit um rund 19 Prozent. Damals hatten die gezahlten Wohngeldbeträge bei rund 845 Millionen Euro gelegen.

Rein rechnerisch wendete der Staat im Jahr 2015 bundesweit acht Euro je Einwohner für Wohngeld auf. Am höchsten waren die durchschnittlichen Wohngeldausgaben je Einwohner in Mecklenburg-Vorpommern mit 16 Euro, am geringsten in Bayern und im Saarland mit jeweils fünf Euro.

Gesetz zur Reform des Wohngeldrechts

Grundlage für die Erhöhung ab dem 1.1.2016 ist das Gesetz zur Reform des Wohngeldrechts vom 2.10.2015. Mit dem Gesetz wurden die Miethöchstbeträge, bis zu denen die Miete beziehungsweise die Belastung für Eigentümerinnen und Eigentümer bezuschusst wird, regional gestaffelt angehoben. In den Regionen mit stark steigenden Mieten werden die Miethöchstbeträge überdurchschnittlich erhöht.

Mit der Reform erhält beispielsweise eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, die für 520 Euro Bruttokaltmiete in Essen wohnt und über ein Bruttoeinkommen von monatlich 1.380 Euro verfügt, seit dem 1. Januar ein Wohngeld in Höhe von 137 Euro. Nach dem alten Recht hatte sie Anspruch auf 52 Euro.

Wohngeldbescheide, die im Jahr 2015 erteilt worden sind und in das Jahr 2016 hineinreichen, werden von den Wohngeldbehörden nach dem 1. Januar automatisch im Hinblick auf ein höheres Wohngeld überprüft. Hierfür ist kein neuer Antrag erforderlich. Wohngeld wird von Bund und Ländern je zur Hälfte gezahlt.

Die Mittel für den sozialen Wohnungsbau hat das Bundesministerium von 518 Millionen Euro im Jahr 2016 auf 1,5 Milliarden Euro für das Jahr 2018 verdreifacht.

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