Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2019: Die Sieger stehen fest

Das Bundesumweltministerium hat in Berlin die zehn Sieger des Wettbewerbs "Klimaaktive Kommune 2019" für ihr Engagement ausgezeichnet. Fünf der Städte überzeugten mit besonders innovativen Ideen im Bereich Wohnen und Bauen, darunter Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau.

Die zehn Gewinner kommen aus sechs Bundesländern und wurden aus 88 Bewerbern ausgewählt. Die Preise von jeweils 25.000 Euro wurden am 5. November auf der 12. Kommunalen Klimakonferenz in Berlin in den Hauptkategorien "Ressourcen- und Energieeffizienz", "Klimaanpassung" und "Mitmachaktionen" sowie in der Sonderkategorie "Kommunale klimafreundliche Beschaffung" vergeben. Dabei sind die Konzepte von fünf Kommunen speziell auf nachhaltiges Wohnen und Bauen ausgerichtet.

Städte spielen beim Klimaschutz eine Schlüsselrolle: Frankfurt hilft mit einem Klimabonus nach

Die größte Stadt unter den diesjährigen Preisträgern, Frankfurt am Main (Hessen), überzeugte die Jury mit dem Förderprogramm "Frankfurt frischt auf – 50 Klimabonus" in der Kategorie "Klimaanpassung in der Kommune". Um die in der Frankfurter Klimaanpassungsstrategie beschriebenen Ziele zu erreichen, müssen auch innerstädtische Flächen und Gebäude, die sich in privatem Besitz befinden, berücksichtigt werden. Hier setzt die Stadt an, motiviert und berät Immobilieneigentümer, Maßnahmen zur Klimaanpassung beim Neubau und im Bestand eigenverantwortlich umzusetzen, und unterstützt die Maßnahmen außerdem finanziell.

Die Stadt Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg) holte sich in dieser Kategorie mit einem "Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung" den Sieg. Mit Blick auf zunehmende Hitzebelastungen soll das Konzept künftig bei allen städtebaulichen Rahmenplanungen und Bauleitplanverfahren Anwendung finden. Neben einer detaillierten Analyse von lokalen Anfälligkeiten enthält es Empfehlungen zu konkreten Anpassungsmaßnahmen. Das Konzept wurde unter Beteiligung verschiedener Verwaltungsressorts entwickelt.

Faktor X-Baugebiet: Eschweiler entwickelt übertragbaren Ansatz zum nachhaltigen Bauen

Die Stadt Eschweiler (Nordrhein-Westfalen) hat mit Partnern einen übertragbaren Ansatz zum nachhaltigen Bauen entwickelt und in einer ersten Modellsiedlung umgesetzt. Dafür gab es einen der drei Preise in der Kategorie "Ressourcen- und Energieeffizienz". Mit dem Ansatz kann der Verbrauch von natürlichen Ressourcen, von Energie sowie der Ausstoß von Treibhausgasen bei der Erschließung von Baugebieten, der Errichtung und Nutzung der Gebäude sowie deren Rückbau und Entsorgung um den Faktor X, mindestens jedoch um den Faktor 2, im Vergleich zu einem konventionellen Vorgehen reduziert werden.

Ebenfalls Gewinner in dieser Kategorie ist der Kreis Plön (Schleswig-Holstein) mit dem "Wärmeplanungskataster Plus" zur Unterstützung und Förderung einer klimafreundlichen Wärmeplanung: Damit werden große Wärmeverbraucher und -quellen systematisch erfasst und dargestellt. Damit kann der Kreis aktivierend auf Städte, Ämter und Gemeinden sowie weitere Akteure im Kreisgebiet zugehen und Projekte für die konkrete Umsetzung anstoßen.

Die Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (Schleswig-Holstein), dritter Sieger in dieser Kategorie, macht vor, wie Windkraft zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann: In den Haushalten der Gemeinde wurden alte Heizkessel hocheffizienten Power-to-Heat-Anlagen umgebaut und mit einem virtuellen Kraftwerk verbunden. Das Projekt wurde gemeinsam mit Partnern entwickelt und umgesetzt. Eine solche Technik auf eine ganze Kommune anzuwenden, ist bislang technologisches Neuland.

Preisträger des Wettbewerbs "Klimaaktive Kommune 2019" im Überblick

Kategorie 1: Ressourcen- und Energieeffizienz in der Kommune

  • Stadt Eschweiler (Nordrhein-Westfalen): Faktor X-Baugebiet für Ressourcen- und Klimaschutz
  • Kreis Plön (Schleswig-Holstein): Wärmeplanungskataster Plus
  • Gemeinde Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog (Schleswig-Holstein): Wie aus (viel) Wind Wärme wird

Kategorie 2: Klimaanpassung in der Kommune

  • Stadt Frankfurt am Main (Hessen): Frankfurt frischt auf – 50% Klimabonus
  • Landkreis Friesland (Niedersachsen): Erhaltung, Regeneration und Entwicklung des Moorgebietes von Moorhausen
  • Stadt Freiburg im Breisgau (Baden-Württemberg): Klimaanpassungskonzept gegen Hitzebelastung

Kategorie 3: Kommunale Klimaaktivitäten zum Mitmachen

  • Stadt Oldenburg (Niedersachsen): GeoTour „Klimaschätze in Oldenburg“
  • Metropolregion Nürnberg (Bayern): CO2-Fasten-Challenge
  • Landeshauptstadt Hannover (Niedersachsen): 25 Jahre Energie sparen in Schulen, Kitas und Verwaltung

Sonderpreis: Klimafreundliche kommunale Beschaffung

  • Stadt Ludwigsburg (Baden-Württemberg): Nachhaltige Beschaffung – gesund, kreislauffähig, klimafreundlich

Der Wettbewerb wird seit 2009 jährlich vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobt. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag sowie der Deutschen Städte- und Gemeindebund. Der Wettbewerb richtet sich an Städte, Landkreise und Gemeinden. Die Jury besteht aus Vertretern des Bundesumweltministeriums, des Umweltbundesamtes und der kommunalen Spitzenverbände.


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