Vonovia erhöht nach der Buwog-Übernahme die Gewinnprognose und geht weiter auf Einkaufstour in Europa: 900 Millionen Euro hat der Bochumer Wohnungskonzern für den schwedischen Konkurrenten Victoria Park geboten. Bei der angekündigten Kapitalerhöhung seien brutto 995,8 Millionen Euro eingesammelt worden, heißt es. Zuvor hatten die Schweden ein Angebot des US-Investors Starwood abgelehnt. Den Vorstand von Vonovia wird ab dem 10. Mai wie geplant Ex-Buwog-Chef Daniel Riedl verstärken.

Für die fünfprozentige Eigenkapitalerhöhung wurden institutionellen Anlegern 26 Millionen neue Aktien für 38,30 Euro das Stück verkauft. Der Xetra-Schlusskurs lag am Donnerstag noch bei 40,81 Euro. Im außerbörslichen Handel bei Lang & Schwarz deutete sich am Freitagmorgen ein Kurs von 39,63 Euro an.

Zur Vonovia-Offerte hatten ein unabhängiger Übernahmeausschuss des Verwaltungsrats von Victoria Park und das Management geraten. "Ich bin überzeugt, dass ein Zusammenschluss von Victoria Park und Vonovia auf einer starken strategischen Basis aufbaut", sagte Per Ekelund, CEO der Victoria Park AB. Das Unternehmen besitzt und verwaltet nach eigenen Angaben ein Wohnungsportfolio von zirka 13.700 Wohnungen mit Schwerpunkt in den Metropolregionen Stockholm, Malmö und Göteborg.

Kauf von Victoria Park soll vorerst über Kredite finanziert werden

Nach zwei Unternehmensübernahmen in Österreich – darunter die Wiener Buwog – und dem Abschluss einer strategischen Partnerschaft in Frankreich ist das Angebot nach Schweden der nächste Expansionsschritt von Vonovia in einen ausländischen Markt. Die Angebotsperiode wird dem Konzern zufolge voraussichtlich am 25. Mai beginnen und am 18. Juni 2018 enden. Das Settlement wird für den 28. Juni erwartet. Erforderlich ist eine Mindestannahme von 50 Prozent der Stimmrechte von Victoria Park.

Den Kaufpreis für Victoria Park will Vonovia vorerst über Kredite finanzieren. Mittelfristig will sich die Gesellschaft aber frisches Eigenkapital in Höhe von zirka einer Milliarde Euro besorgen. Eigenkapital könne über die Ausgabe neuer Aktien oder die Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe generiert werden, heißt es in der Mitteilung.

Vonovia erhöht nach Buwog-Übernahme Gewinnziel

Nach der erfolgten Übernahme der Buwog hat Vonovia außerdem das Gewinnziel für 2018 erhöht. Die Bochumer erwarten ein operatives Ergebnis in Höhe von 1,03 bis 1,05 Milliarden Euro (2017: 921 Millionen Euro). Bislang war Vonovia für das laufende Jahr von 960 bis 980 Millionen Euro für 2018 ausgegangen – allerdings noch ohne die Buwog. Der Vorstoß in Schweden ist in dieser Prognose noch nicht enthalten.

Im ersten Quartal 2018 liefen die Geschäfte vor allem aufgrund steigender Mieten in den Metropolen gut. Zudem profitiert Vonovia von einem hochwertigeren Wohnungsbestand, Dienstleistungen rund um Gebäude und geringeren Finanzierungskosten. Das operative Ergebnis erhöhte sich im ersten Quartal um knapp zwölf Prozent auf 243,6 Millionen Euro. Die Mieteinnahmen stiegen leicht auf 418 Millionen Euro.

Ex-Buwog-Chef Riedl wird Vonovia-Vorstand

Der ehemalige Buwog-Chef Daniel Riedl (48) wird im Vonovia-Vorstand für das Development-Geschäft und Österreich verantwortlich sein. Er war seit März interimistisch im Gremium. Riedl stand bereits von 2004 bis 2011 an der Spitze der Buwog und war von 2008 bis 2014 Mitglied des Immofinanz-Vorstandes. Von 2012 bis Oktober 2013 leitete er den Buwog-Aufsichtsrat. Im November 2013 wurde Riedl schließlich zum CEO der Buwog-Group ernannt und führte sie über die Abspaltung der Immofinanz an die Börse.

Die Immofinanz ist mit 26 Prozent am dritten wichtigen Player am österreichischen Immobilienmarkt, der CA Immo, beteiligt und hat vor kurzem einen Anteil von rund 29 Prozent am Wiener Börsenunternehmen S Immo gekauft. Starwood hatte die Arme auch nach Österreich ausgestreckt, war aber mit dem Angebot an CA Immo und Immofinanz gescheitert.

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