Vonovia will Beteiligung an Deutsche Wohnen verkaufen

Vonovia hat zuletzt einige Konkurrenten geschluckt, doch die feindliche Übernahme der Deutsche Wohnen scheiterte. Jetzt will sich Deutschlands größter Wohnungskonzern von der rund 700 Millionen Euro schweren Beteiligung am Rivalen trennen. Der Verkauf könnte mehr als 300 Millionen Euro Gewinn bringen.

Wie das Bochumer Unternehmen mitteilt, sei eine Gruppe von Banken damit beauftragt worden, die Beteiligung an der Deutsche Wohnen in Höhe von 16,8 Millionen Aktien in einem beschleunigten Verfahren bei institutionellen Investoren zu platzieren.

Verkauf der Deutsche-Wohnen-Aktien: Erlöse zur Stärkung der Vonovia-Bilanz

Vonovia hatte den Anteil am Konkurrenten bei seinem Übernahmeversuch durch eine Reihe von Aktienkäufen am Markt erworben. Der damalige Gesamtkaufpreis betrug dem Unternehmen zufolge 405,3 Millionen Euro. Am Donnerstag (31. Januar) lag der Schlusskurs der Deutsche Wohnen-Aktie im Xetra-Handel bei 43,59 Euro pro Aktie. Damit wäre das Aktienpaket etwa 733,2 Millionen Euro wert. Den tatsächlichen Verkaufspreis will Vonovia nach Abschluss der Transaktion mitteilen.

"Vor dem Hintergrund, dass dieses Jahr einige Schuldtitel fällig werden und im April 2019 eine Hybridanleihe kündbar wird, entspricht dies unserem Verständnis eines aktiven Bilanzmanagements, da wir zugleich den erreichten Wertzuwachs dieser Beteiligung realisieren." Rolf Buch, Vonovia-CEO

Übernahme der Deutsche Wohnen 2016 an Mindestannahmequote gescheitert

Vonovia hatte sich im Februar 2016 mit dem Übernahmeversuch der Deutsche Wohnen nicht durchsetzen können. Die Mindestannahmequote für die Milliarden-Offerte war damals nicht erreicht worden. Der Vorstand der Deutsche Wohnen hatte die Anfang Dezember 2015 vorgelegte Offerte als feindlich eingestuft und sich heftig gegen den Plan gewehrt.

Vonovia hat in den vergangenen Jahren mehrere andere Unternehmen übernommen, etwa 2017 den österreichischen Konkurrenten Conwert. Im vergangenen Jahr kam Buwog dazu. Und an der schwedischen Victoria Park hält das Unternehmen mittlerweile 81,4 Prozent des Aktienkapitals.


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dpa