Vonovia legt vor und will 2.000 neue Wohnungen jährlich beisteuern Bild: MEV-Verlag, Germany

Der Immobilienkonzern Vonovia will jährlich 2.000 neue Wohnungen bauen. "Damit wären wir aus dem Stand einer der größten Entwickler in Deutschland", sagte Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch der "Welt am Sonntag". Eine Studie des BBSR zeigt, dass auch lokale Bündnisse den bezahlbaren Wohnungsbau vorantreiben. Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher will teurere Sozialwohnungen fördern und so mehr private Bauherren zum Neubau in Berlin motivieren.

Man habe ein "sehr umfangreiches Investitionsprogramm" aufgelegt, sagte Buch der Zeitung. Im Auge hat Vonovia serielles Bauen, wie in Bochum bereits realisiert, das mit Baukosten von 1.800 Euro pro Quadratmeter besonders günstig sein soll. Deutschlands derzeit größtes Wohnungsunternehmen plant außerdem, komplette Räume serienmäßig in Baufabriken herstellen zu lassen. Man könne so wesentlich vielfältiger bauen als früher und auch Fassaden frei gestalten.

Bezahlbarer Wohnungsbau sei "schon immer standardisiert" gewesen, so Buch.

Generell hält Buch eine Absenkung der hohen Baukosten für notwendig, um bezahlbaren Wohnraum zu errichten. Zusätzliche Steuersubventionen lehnt er ab. Die Mietpreisbremse hält der Manager vorübergehend für gerechtfertigt: "Ich habe großes Verständnis dafür, dass die Politik den unerwarteten Preisanstieg bremsen möchte", sagte Buch der "Welt". Die Bundesregierung selbst enthielt sich bisher einer Bewertung zur Mietpreisbremse.

Vonovia will in den kommenden Jahren je rund eine Milliarde Euro in Neubau, Dachaufstockungen und Modernisierungen stecken. Das hatte Buch bereits im Mai angekündigt. In diesem Jahr will Vonovia 730 Millionen Euro investieren.

BBSR-Studie: Mehr Wohnungsbau durch lokale Kooperation

Lokale Bündnisse werden in vielen Kommunen zunehmend als Instrument genutzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das geht aus einer vom Bundesbauministerium und vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) vorgelegten Studie hervor.

Insgesamt wurden knapp 90 Bündnisse identifiziert, darunter in Metropolen wie Berlin, Hamburg und Frankfurt am Main, aber auch in Universitätsstädten wie Münster, Freiburg im Breisgau oder Konstanz.

"Die Bündnisse sind dann besonders erfolgreich, wenn sie in den Rathäusern zur Chefsache erklärt werden", sagt Dr. Robert Kaltenbrunner, stellvertretender BBSR-Leiter.

 

Den Bündnissen gehören neben den Stadtverwaltungen, der Wohnungswirtschaft und den privaten Eigentümern Mieter- und Vermietervereine, Architektenkammern, Sozialverbände sowie andere Partner an.

Berlin: Neues Preissegment für Sozialwohnungen geplant

In Berlin will Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher statt der für Sozialwohnungen üblichen 6,50 Euro pro Quadratmeter ein Preissegment für 7,50 Euro pro Quadratmeter schaffen. Das sagte die Linken-Politikerin der "Berliner Zeitung".

Sie gehe davon aus, dass eine verbesserte Wohnraumförderung für mehr private Bauherren interessant sei, um dann Sozialwohnungen zu bauen. Dieses teurere Segment sollte 15 bis 20 Prozent der geförderten Wohnungen ausmachen, sagte die Senatorin. So solle auch mehr Wohnraum für diejenigen Berliner geschaffen werden, deren Einkommen knapp über der zulässigen Grenze liege. Auch diese Mittelschicht und vor allem Familien hätten es schwer, für sie bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Der Senat prüfe derzeit, die Einkommensgrenze von jetzt 140 auf 160 Prozent der Einkommensgrenze des Bundes für einen Wohnberechtigungsschein heraufzusetzen. Für Menschen oberhalb dieser Einkommensgrenzen sollten die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften Wohnungen für unter zehn Euro pro Quadratmeter anbieten. Die Bundesregierung hatte kürzlich mehr Wohngeld in Aussicht gestellt.

Um Spekulanten entgegenzuwirken, denke Berlin daran, die Geltungsdauer für Baugenehmigungen zu verkürzen. So könne man Spekulationen dämpfen, sagte Lompscher der Zeitung. Dazu müssten auch die Bundesregelungen verschärft werden.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienkonzern, Wohnungsbau, Wohnung

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