Nach lukrativen Zukäufen in der Vergangenheit sollen jetzt Modernisierungen den Gewinn von Vonovia weiter in die Höhe treiben Bild: Haufe Online Redaktion

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat für 2017 einen operativen Gewinn von 890 bis 910 Millionen Euro angekündigt. Das wäre nach 2016 mit 760 Millionen Euro ein weiterer Ergebnisrekord. Bei der Gewinnprognose für das angelaufene Jahr hat Vonovia-Chef Rolf Buch, der gerade für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt wurde, den Beitrag des übernommenen Konkurrenten Conwert bereits einberechnet.

Vonovia mit Sitz in Bochum ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Übernahmen von Konkurrenten wie Gagfah, Süddeutsche Wohnen (Südewo) und Franconia stark gewachsen. Seit vier Jahren steht der ehemalige Bertelsmann-Manager Buch an der Spitze des Unternehmens mit bundesweit rund 340.000 Wohnungen. Mit dem Zukauf der Gagfah vor zwei Jahren änderte der zuvor unter dem Namen Deutsche Annington firmierende Konzern dann seinen Namen und zog in den Dax ein.

Vonovia: Mieteinnahmen puschen Ergebnis 2016

Das operative Ergebnis 2016 hat sich nach Angaben des Unternehmens gegenüber 2015 um ein Viertel auf 760,8 Millionen Euro erhöht. Außer von Zukäufen profitierte Vonovia von steigenden Mieteinnahmen sowie einem geringeren Leerstand. Die Mieteinnahmen seien im vergangenen Jahr aufgrund der Zukäufe um knapp neun Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gestiegen, heißt es. Die Aktionäre dürfen sich auf eine Dividende je Aktie von 1,12 Euro freuen, nach 0,94 Euro ein Jahr zuvor.

Für 2017 plant Vonovia vor allem Modernisierungen

Nach den ganzen Zukäufen plant das Unternehmen im laufenden Jahr vor allem Investitionen mit den Schwerpunkten Neubau, Dachaufstockung und Modernisierung. Zur Gewinnsteigerungen beitragen sollen neben der Übernahme des Wiener Immobilienunternehmens Conwert außerdem höhere Mieten, zusätzliche Dienstleistungen sowie ein niedriger Leerstand.

Zudem liegen die meisten Vonovia-Wohnungen in Ballungszentren, wo es immer weniger bezahlbaren Wohnraum gibt. Vonovia hat sich bereits knapp 72 Prozent an Conwert mit seinen rund 24.500 vorwiegend in Deutschland gelegenen Wohnungen gesichert. Seit dem 23.12.2016 läuft eine dreimonatige Nachfrist für Conwert-Aktionäre, die bisher noch nicht vom Vonovia-Angebot Gebrauch gemacht haben. Einschließlich Schulden kostet die vollständige Übernahme bis zu 2,7 Milliarden Euro.

"Macher" Rolf Buch leitet die Geschicke von Vonovia vorerst weiter

Vonovia werde Conwert in Deutschland bis Juli vollständig integrieren, sagte Buch. Der Vonovia-Vorstandsvorsitzende wird die Geschäfte vorläufig bis Februar 2023 weiterhin leiten, wie das Unternehmen mitteilt.

Ab dem Frühjahr 2018 bezieht das Wohnungsunternehmen eine neue Zentrale in Bochum. Das Gebäude soll Platz für bis zu 1.000 Mitarbeiter bieten.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienkonzern, Wohnungsunternehmen, Gewinn

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