Mit der gelebten Vielfalt tun sich viele Unternehmen in der Immobilienwirtschaft noch schwer Bild: PHOTOMORPHIC PTE. LTD.

Diversity ist ein Begriff, den auch in der Immobilienbranche inzwischen jeder kennt. Mit der gelebten Vielfalt tun sich viele Unternehmen jedoch schwer. Der ZIA-Ausschuss "Diversity" will das ändern. Dazu wurde eine Studie beim Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Auftrag gegeben, die Handlungsoptionen aufzeigt. Am 6. Deutschen Diversity-Tag setzen sich mittlerweile 76 Firmen mit dem Thema Vielfalt auseinander.

Organisiert wird der Deutsche Diversity-Tag von der "Charta der Vielfalt", einem Zusammenschluss von Unternehmen, die eine Selbstverpflichtung zur Umsetzung von Diversity Management unterzeichnet haben.

Diversity für Immobilienfirmen immer relevanter

In den vergangenen Jahren ist das Thema Diversity in der Branche zunehmend in den Fokus gerückt. "Jeder hört Diversity. Aber viele fragen sich: Was ist das eigentlich?" Das sagt Bärbel Schomberg, Vizepräsidentin und Ausschussvorsitzende "Diversity" des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss sowie Managing Partnerin bei Schomberg & Co. Real Estate Consulting. Um das Thema greifbarer zu machen, habe der ZIA die Fraunhofer-Studie in Auftrag gegeben.

"Unser Ziel ist es, dass wir Diversity aus der Ecke der Beliebigkeit und des 'Orchideenfachs' herausholen und dass es ein selbstverständliches Thema wird", sagt Schomberg.

Ihrer Meinung nach muss Vielfalt im Unternehmen "ganz praktisch heruntergebrochen werden":

"Alles andere ist wie die Zehn Gebote oder das Grundgesetz. Jeder kennt sie, aber kann sie dann doch nicht auswendig zitieren."

Erst wenn Diversity eine Selbstverständlichkeit sei und es etwa nicht immer als besonders herausgestellt werde, einen Behinderten eingestellt zu haben oder jemanden, der in seiner sexuellen Orientierung anders ist als die Mehrzahl der Bevölkerung, sei das Ziel erreicht, so Schomberg.

Vielfalt lohnt sich auch für KMU

Welche Motive den ZIA sonst noch dazu veranlasst haben, die Fraunhofer-Studie in Auftrag zu geben, erklärt Schomberg im Interview.

Darin erläutert sie auch, warum sich Vielfalt auch für kleinere und mittelgroße Unternehmen der Immobilienbranche lohnt. "Jeder kann in seinem Unternehmen solche Maßnahmen implementieren, das können Kleinere teilweise sogar noch schneller tun als Große, es braucht nur eine sehr praktische Vorgehensweise", so Schomberg.

Wie lässt sich Diversity Management umsetzen?

Die Fraunhofer-Studie zeigt auf, dass sich Diversity auf Immobilienunternehmen insgesamt positiv auswirkt. Die Untersuchung identifiziert dabei vier Teilbereiche. Der wichtigste Bereich:

Gelebte Diversität beeinflusst den wirtschaftlichen Erfolg und die Produktivität der Firmen.

Eine Untersuchung für Deutschland auf Basis von Dax-Unternehmen im Zeitraum 2008 bis 2010 hat ergeben, dass die Firmen, die in Sachen Diversity zum obersten Viertel gehören, eine Return-on-Equity-Rate haben, die bis zu 66 Prozent höher liegt als die der Unternehmen des letzten Quartils; beim Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT margin) haben die Vorreiter in Sachen Diversity sogar ein um bis zu 82 Prozent besseres Ergebnis.

Doch wie lässt sich Diversity Management in Immobilienunternehmen umsetzen? Dazu sei es notwendig, einen umfassenden Transformationsprozess einzuleiten, an dessen Ende ein Kultur- und Wertewandel steht, betont die Fraunhofer-Studie. Diversity Management müsse daher mehr sein als die Zusammenstellung und Abarbeitung einzelner Maßnahmen oder die Ausrichtung auf eine förderungswürdige Gruppe innerhalb der Belegschaft, heißt es in der Studie.

Schlagworte zum Thema:  Diversity, Studie

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