Für Wohnungsunternehmen gestalten sich die Vermietung und Verwaltung ihrer Immobilien häufig zeit- und personalintensiv. Die Unterstützung durch digitale Systeme verhilft Mitarbeitern zu mehr Freiräumen bei der Fokussierung auf wertschöpfende Tätigkeiten. Daniel Vallés Valls von der Wohnungshelden GmbH zu den Details.

Herr Vallés Valls, kommunale Wohnungsunternehmen haben den Auftrag, bezahlbaren Wohnraum für alle zu schaffen und für funktionierende Nachbarschaften zu sorgen. Für welchen Mehrwert sorgt hier die Wohnungshelden-Lösung?

Vallés Valls: Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist die eine Herausforderung. Ihn fair und transparent zu vergeben, die andere. Für kommunale Wohnungsunternehmen ist das ein sensibles Thema. Die Vergabe muss so gestaltet sein, dass niemand benachteiligt wird und der Prozess eindeutig und revisionssicher nachvollziehbar ist. Ihn digital abzubilden, kann entscheidend dabei helfen, diese Kriterien zu erfüllen.

Über unsere Software können wir verschiedene Vergabearten darstellen und realisieren. Den jeweiligen Prozess können wir beispielsweise je nach Dringlichkeiten oder kommunalen Vergaberichtlinien mit Prüfung zur Bezugsberechtigung entsprechend konfigurieren. Oder beispielsweise vor dem Hintergrund der Chancengleichheit auch die zufällige Auswahl von bezugsberechtigten Interessenten sicherstellen. Das gibt den Unternehmen eine neue Qualität von Prozesssicherheit und -qualität.

Bei der Integration neuer Software-Komponenten in bestehende Systeme kommt es häufig zu Problemen an den Schnittstellen. Wie sieht Ihre Lösung aus?

Tatsächlich nehmen solche Projekte oft sehr viel Zeit in Anspruch. Das liegt auch daran, dass die IT-Ressourcen bei Wohnungsunternehmen – vor allem bei den kommunalen – häufig sehr begrenzt sind. Probleme an Schnittstellen können dadurch nicht schnell und effektiv behoben werden. Im schlimmsten Fall kommt so das ganze Projekt ins Stocken.

Deshalb haben wir eine Softwarelösung entwickelt, die ohne Schnittstellen integrierbar ist. Sie lässt sich innerhalb von 24 Stunden an jedes bestehende Verwaltungssystem andocken und ermöglicht eine Effizienzsteigerung vom ersten Tag an. Eine manuelle Dateneingabe oder -pflege ist nicht nötig. Das System zieht sich alle notwendigen Daten und Informationen selbst. Für viele unserer Kunden ist das ein deutlicher Mehrwert, weil der Austausch von Wohnungs- und Interessentendaten so nahtlos funktioniert. Grundsätzlich ist unsere Software aber so flexibel, dass sie auf Wunsch auch Schnittstellen abbilden kann.

In Wohnungsgesellschaften nimmt die Kommunikation mit den Mietern breiten Raum ein. Für jüngere Mieter ist die digitale Variante sicher alltäglicher Standard, aber wie sieht es bei älteren Mietern aus?

Auch die können am Ende profitieren, wenn sich Wohnungsunternehmen digitaler aufstellen. Grundsätzlich werden durch die Digitalisierung des Vermietungsprozesses intern die meisten, wenn nicht sogar alle Schritte effizienter. Dadurch sparen Wohnungsunternehmen merklich Zeit. Einzelne Mitarbeiter haben plötzlich wieder Kapazitäten frei und können diese gewonnene Zeit dafür nutzen, um sich beispielsweise intensiver genau um die Interessenten zu kümmern, die sie nicht auf dem einfachen Weg über das Internet erreichen. Ein Beispiel dafür wäre eine umfassendere persönliche Beratung in den Service-Centern, deren Ergebnis dann wiederum digital und damit transparent im Sinne des weiteren Prozesses festgehalten wird.

Unser System ist so aufgesetzt, dass es die Wohnungsunternehmen darauf hinweist, welche Interessenten digital und welche analog über Neuigkeiten zur Vergabe informiert werden müssen. Am Ende wird also jeder Kunde dort abgeholt, wo er gerade steht. Das sorgt dafür, dass alle Mietinteressenten optimal in den Vergabeprozess eingebunden werden.

 

Zur Person:

Daniel Vallés Valls ist Gründer und Geschäftsführer der Wohnungshelden GmbH. Das 2016 gemeinsam mit Martin Staudacher gegründete PropTech bietet Lösungen an, mit denen sich Vermietungsprozesse konsequent digital abbilden lassen.

Auf der Expo Real ist das Unternehmen in Halle A1, Stand 134 vertreten.

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