| AIFM-Richtlinie

Verbot neuer Offener Immobilienfonds stößt auch im Regierungslager auf Kritik

Sänger: "Privatanleger wird Engagement in Immobilien verwehrt"
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für ein Verbot neuer Offener Immobilienfonds stoßen auch im schwarz-gelben Regierungslager auf Kritik. Einer großen Zahl von Privatanlegern werde so das Engagement in Immobilien verwehrt, sagte FDP-Finanzexperte Björn Sänger.

"Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Gesetzgeber aus Offenen Immobilienfonds aussteigen und neue Engagements nur noch über Geschlossene Fonds zulassen will", so Sänger im "Handelsblatt" (Donnerstag). Nur weil sich die Offenen Immobilienfonds derzeit in schwerem Fahrwasser befänden, müsse man nicht gleich das Schiff versenken. CDU-Finanzexperte Ralph Brinkhaus sagte dem Blatt zufolge: "Offene Immobilienfonds sind trotz einiger Schwächen für viele Kleinanleger eine gute Möglichkeit, unkompliziert in Immobilien zu investieren. Diese Möglichkeit muss erhalten bleiben."

Auch die Finanz- und Immobilienwirtschaft läuft Sturm gegen die Pläne des Ministers. Nach dem Willen Schäubles sollen künftig nur solche Offenen Immobilienfonds bestehen bleiben, die die Finanzkrise bisher überlebt haben. Verbraucher könnten nur noch in geschlossene Publikumsfonds in der Rechtsform einer AG oder Kommanditgesellschaft investieren. Damit werden auch Konsequenzen aus der Krise Offener Immobilienfonds gezogen, die zahlreiche Privatanleger seit dem Jahr 2008 getroffen hat.

Auslöser der Debatte ist Schäubles Entwurf zur Umsetzung der "AIFM-Richtlinie", mit der die EU alternative Investments regulieren will.

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