| Energiesparverordnung

Verbände warnen vor Verschärfung der EnEV 2012

Energiesparen durch Wärmedämmung - bald unbezahlbar?
Bild: Rainer Sturm ⁄

Die Energieeinsparverordnung treibt erneut Politiker und Verbände um: Nach Aussage von Haus & Grund wird im Bundesumweltministerium (BMU) aus Anlass der EnEV-Novelle an einer massiven Verschärfung der energetischen Vorgaben für den Gebäudebestand gearbeitet. Nun wird Kritik laut.

Unter anderem ist vorgesehen, die energetischen Anforderungen an bestehende Wohngebäude um 30 Prozent zu erhöhen, wie Haus & Grund mitteilt. Das, obwohl Bundesbau- und Bundeswirtschaftsministerium erst kürzlich wissenschaftlich ermittelt hätten, dass kein sinnvolles, wirtschaftlich vertretbares Verschärfungspotenzial vorhanden sei. Zudem will das BMU für Heizungsanlagen einen Sanierungszwang und – nach Wartung und Schornsteinfegerprüfung – eine dritte kostenpflichtige regelmäßige Umweltkontrolle der Heizung einführen.

Der Maßnahmenkatalog des BMU geht an keinem Bürger vorbei: Auch Studenten, die per Aushang in der Universität Mitbewohner suchen, drohe künftig ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro, wenn sie die Energiewerte ihrer WG nicht richtig angeben. Haus & Grund Deutschland fordert daher, das richtige Augenmaß bei der Umsetzung der europäischen Vorgaben zu wahren. Die Vorschläge des Bundesbau- und des Bundeswirtschaftsministeriums hingegen zielten in die richtige Richtung, so der Verband.

„Die Umsetzung der Vorschläge wird das Wohnen für viele Eigentümer und Mieter faktisch unbezahlbar machen“, kommentiert Kai Warnecke von Haus & Grund Deutschland die Vorschläge aus dem Ministerium. Das wäre für viele Private das Ende des Eigentums.

GdW: Energiewende im Gebäudebereich droht ins Aus zu laufen

„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn Vermieter, Mieter und Bundesregierung an einem Strang ziehen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, zu den Plänen des BMU. „Wenn bei der Energiewende im Gebäudebereich nicht die richtige Richtung eingeschlagen wird, landet sie direkt im Aus“. Um die Wohnungsbestände und Quartiere energieeffizient und sozialverträglich weiterentwickeln zu können, bräuchten die Wohnungsunternehmen verlässliche Rahmenbedingungen. "Die derzeit geführten Diskussionen zu möglichst hohen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz, genauso wie die Überlegungen des Umweltministeriums zur Erhöhung der Anforderungen und zu erheblichen Ausweitungen von Pflichten für Gebäudeeigentümer, gefährden die Umsetzung der Energiewende", so Gedaschko.

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