| Energetische Sanierung

Verbände begrüßen steuerliche Förderung und wollen Änderungen

Im Vorfeld einer Anhörung im Bundestags-Finanzausschuss haben verschiedene Immobilienverbände die geplante steuerliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden begrüßt. Glücklich sind sie mit dem Gesetzentwurf aber noch nicht.

Die Bundesregierung plant, die energetische Sanierung von Gebäuden steuerlich stärker zu fördern. Ein Gesetzentwurf sieht vor, dass Eigentümer von Wohngebäuden Aufwendungen für energetische Sanierungen auf 10 Jahre abschreiben können. Anlässlich einer Expertenanhörung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages begrüßten verschiedene Immobilienverbände den Vorstoß der Bundesregierung. Gleichzeitig mahnten sie Änderungen an.

Der Deutsche Mieterbund fordert, dass sich die steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen auch zugunsten der Mieter in der Berechnung der Mieterhöhung nach einer Modernisierung niederschlagen müsse. Jede Form der öffentlichen Förderung, die die Kosten der energetischen Gebäudesanierung senkt, müsse Mietern in den sanierten Gebäuden auch zu Gute kommen. Der Mieterbund schloss sich damit einer Forderung des Bundesrats an

Die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) geht in einer im Vorfeld der Anhörung veröffentlichten Erklärung davon aus, dass die geplante Regelung vor allem selbstnutzenden Wohnungseigentümern zugute kommt, während Vermieter wenig profitierten. Dies liege daran, dass die Kosten für energetische Sanierungsmaßnahmen in der Regel nicht die Voraussetzungen erfüllten, um als Herstellungskosten abgeschrieben werden zu können, sondern bei Vermietern direkt aufwandswirksam würden. Deshalb müsse die KfW-Förderung über die bisher geplanten 1,5 Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro jährlich aufgestockt werden. Zudem dürfe der für eine steuerliche Förderung erforderliche energetische Standard nicht so hoch angesetzt werden wie bisher geplant. Hier sei eine zeitlich begrenzte Absenkung der Anforderungen von „KfW-Effizienzhaus 85" auf „KfW-Effizienzhaus 100" sinnvoll, um einen größeren Breiteneffekt zu erzielen. Bei selbstnutzenden Eigentümern müssten zudem auch Einzelmaßnahmen steuerlich gefördert werden. Zudem solle die Förderung nicht erst ab 2012 greifen, sondern schon für Maßnahmen gelten, die ab Bekanntwerden des Kabinettentwurfs Anfang Juni begonnen worden sind.

Der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) kritisierte in einer Erklärung, dass nur die Sanierung von Wohnimmobilien steuerlich gefördert werden solle. Hier müssen auch gewerblich genutzte Objekte einbezogen werden. Gerade Einzelhandelsimmobilien unterlägen einem hohen Anpassungsdruck.

Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) spricht sich neben einer deutlichen Erhöhung der KfW-Fördermittel dafür aus, eine Altschuldenregelung zu treffen.

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