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VdW Bayern baut 17 Prozent mehr Sozialwohnungen

Xaver Kroner: Zielkonflikte der Politik werden auf dem Rücken der Wohnungswirtschaft ausgetragen
Bild: vdw Bayern

Die Mitglieder des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) haben im vergangenen Jahr 2.436 Wohnungen gebaut, darunter 1.780 Sozialwohnungen, was einem Zuwachs von 17 Prozent gegenüber 2014 entspricht. In den kommenden drei Jahren sollen die Investitionen in den Neubau weiter gesteigert werden, sagt Verbandsdirektor Xaver Kroner. Der Münchner Gutachterausschuss sieht dringenden Handlungsbedarf.

Für den Bau der 2.436 Wohnungen (plus sechs Prozent) investierten die Unternehmen rund 600 Millionen Euro (plus acht Prozent). In die Modernisierung des Wohnungsbestandes flossen 306 Millionen Euro und für die Instandhaltung wurden 426 Millionen Euro aufgewendet. Insgesamt bewirtschaften die 458 Verbandsmitglieder 525.000 Wohnungen.

30 Prozent der kommunalen Unternehmen planen für den Zeitraum bis 2019 moderate Erhöhungen der Neubauinvestitionen, 36 Prozent starke Erhöhungen und 30 Prozent sehr starke Erhöhungen.

Lange Wartelisten für Sozialwohnungen in Bayern

Mehr Wohnungsbau ist angesichts der angespannten Lage in zahlreichen bayerischen Städten dringend nötig. Die Warteliste für Sozialwohnungen umfasst in München 12.500 Haushalte, in Nürnberg sind es 8.000 und in Ingolstadt 1.300 Wohnungssuchende.

Aktuell haben die Mitgliedsunternehmen noch 107.780 Sozialwohnungen, Tendenz sinkend. Im Jahr 2015 standen den 2.419 Zugängen – 1.780 neue Wohnungen und 639 modernisierte Wohnungen – 3.173 Abgänge aus der Sozialbindung gegenüber.

Bayernweit sind laut dem Förderinstitut BayernLabo 2015 fast 8.700 Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen.

Wohnungspakt Bayern

Mit dem Wohnungspakt Bayern habe die Staatsregierung auf die Situation reagiert und die lange geforderte Zuschusskomponente bei der Wohnraumförderung eingeführt. Die erwarteten 28.000 neuen geförderten Mietwohnungen seien aber bis 2019 in Anbetracht der langen Planungs- und Bauzeiten nicht realisierbar.

„Alle Wohnungen, die in den nächsten beiden Jahren fertiggestellt werden, wurden noch vor der Ausrufung des Wohnungspaktes geplant und sind Vorzieheffekte wegen der Verschärfung der Energieeinsparverordnung zum 1. Januar“, so der Verbandschef.

Im VdW Bayern sind 456 sozialorientierte bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen – darunter 334 Wohnungsgenossenschaften und 89 kommunale Wohnungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen verwalten rund 530.000 Wohnungen.

Gutachterausschuss: Dringender Handlungsbedarf

Wie aktuellen Zahlen des Münchner Gutachterausschusses zeigen, ist die Nachfrage nach Wohnimmobilien vor allem in München ungebrochen hoch, auch steigen die Preise weiter.

Neue Eigentumswohnungen waren 2015 sechs Prozent teurer als noch 2014 und kosten je nach Lage von 6.050 Euro pro Quadratmeter in durchschnittlichen Wohnlagen sowie 8.800 Euro pro Quadratmeter und mehr in besten Wohnlagen. Eigentumswohnungen aus dem Bestand verteuerten sich im Mittelwert um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Es besteht dem Gutachterausschuss zufolge dringender Handlungsbedarf, um das Problem Wohnungsnot, Baulandknappheit und ungebremstem Zuzug zu lösen.

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Schlagworte zum Thema:  Sozialwohnung, Wohnungsbau

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