| Unternehmen

Karstadt spart beim Personal und schließt bis zu 30 Filialen

Karstadt-Sanierungskonzept noch vage
Bild: Carsten Raum, Wismar ⁄

Die Warenhauskette Karstadt hat auf ihrer Aufsichtsratssitzung einen harten Sparkurs vorgestellt: Betroffen sind vor allem die rund 17.000 Beschäftigten. Auch die Schließung verlustreicher Filialen steht auf dem Plan, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Nach Medienberichten könnten von der Sanierung bis zu 30 Filialen und bis zu 4.000 Mitarbeiter betroffen sein.

Die Senkung der Personalkosten sei notwendig, um Wettbewerbsnachteile auszugleichen. Das Kontrollgremium war am Donnerstag erstmals nach der Übernahme der Kette durch den österreichischen Immobilieninvestor René Benko zusammengetreten.

Der neue Karstadt-Eigentümer Benko hatte sich nach Informationen des "Handelsblatts" (Donnerstag) nicht zu dem Treffen des Aufsichtsrats angekündigt, war aber durch mehrere Vertraute im Gremium vertreten.

Am 23. Oktober sollen die Aufsichtsräte weiter über das Konzept und die künftige Besetzung der Unternehmensspitze beraten.

Der frühere Chef des ehemaligen Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, übte unterdessen Kritik an dem neuen Eigentümer. Auch von Benko sei kein wirklicher Aufschwung zu erwarten. "Er ist ein Immobilieninvestor, und er behandelt das Unternehmen so: Er interessiert sich vor allem für die Grundstücke", sagte Middelhoff am Rande seines Untreue-Prozesses vor dem Essener Landgericht. Karstadt werde jetzt Standorte schließen, später rechne er mit der lange diskutierten Fusion mit Kaufhof, so Middelhoff.

Unterdessen setzt Investor Benko auf Luxus. Die ehemalige Karstadt Premium GmbH, zu der das KaDeWe in Berlin, das Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg gehören, tritt laut "Handelsblatt" ab sofort als "The KaDeWe Group" auf. Unter dem Dach der KaDeWe Group seien weitere Eröffnungen, etwa in Frankfurt am Main, Wien oder Prag, vorstellbar.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister

Aktuell

Meistgelesen