27.11.2013 | Unternehmen

Die Rettung war nah: Nun will Globus die Max-Bahr-Märkte doch nicht

Max Bahr wird nun doch zerschlagen
Bild: Max Bahr

Gerade bekundete die Handelskette Globus erneut das Interesse am Großteil der Märkte der Baumarktkette Max Bahr, da kam die bereits weitgehend ausgehandelte Übernahme von 60 Märkten doch nicht zustande.

Die Übernahme der insolventen Baumarktkette Max Bahr durch Globus ist in letzter Sekunde gescheitert. Globus habe die Mietpreisvorstellungen so verändert, dass sie massiv von den zuvor besprochenen abwichen. Das sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters von Moor Park, dem 66 der letzten 73 Max-Bahr-Märkte gehören, am Mittwoch in Hamburg.

"Wir haben intensive Gespräche mit Globus geführt", so der Sprecher weiter, "leider ist es jedoch nicht zu einer Einigung mit dem Unternehmen gekommen." Die von Globus mitten in den Verhandlungen veränderten Mietpreisvorstellungen seien nicht annahmefähig gewesen.

Es gebe aber erfolgversprechende Verhandlungen mit renommierten Unternehmen der deutschen Baumarktbranche, hieß es weiter. Sie wollten eine größere Anzahl der 66 Max-Bahr-Märkte übernehmen. Die Verhandlungen sollen noch in dieser Woche abgeschlossen werden. Die Läden würden dann auf die Marke der neuen Besitzer umgeflaggt, der Name Max Bahr vom Markt verschwinden. Wie viele der noch 3.600 Arbeitsplätze bei einem neuen Arbeitgeber erhalten bleiben könnten, ist offen.

Hinter dem insolventen Vermieter Moor Park steht als größter Gläubiger die Royal Bank of Scotland (RBS). "Wir bedauern sehr, dass es nicht zu einer Einigung gekommen ist, obwohl die Verhandlungen weit fortgeschritten waren", sagte eine Sprecherin der Bank am Mittwoch in Frankfurt. "Für uns völlig überraschend wurden ursprüngliche Forderungen aufgegriffen, von denen man wusste, dass sie nicht annehmbar sind."

Die Bank arbeite nun mit Hochdruck an anderen Optionen und sei sehr zuversichtlich, einige in Kürze umsetzen zu können. Der Erhalt von Arbeitsplätzen spiele dabei eine wichtige Rolle.

Globus hatte sich vor mehreren Wochen bereits aus dem Verhandlungsprozess zurückgezogen. Nach dem Scheitern der bereits verkündeten Übernahme von Max Bahr durch den Dortmunder Konkurrenten Hellweg hatte das Unternehmen sein Interesse erneuert.

Schlagworte zum Thema:  Insolvenz, Übernahme

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