Die Deutschen gehen davon aus, dass sich die Zeit der extrem niedrigen Zinsen ihrem Ende nähert. Bei einer repräsentativen Online-Befragung im Auftrag der Deutsche Bank Bauspar AG sagten 52 Prozent, dass sie in den kommenden fünf Jahren mit steigenden Zinsen rechnen. Mit Blick auf die nächsten zehn Jahre gehen sogar 62 Prozent von einem Zinsanstieg aus.

An der Umfrage beteiligten sich tausend Internetnutzer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren. Ausgangspunkt der Befragung war eine Aussage von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB). Dieser hatte im Juni angekündigt, das Ankaufsprogramm für Staatsanleihen weiter zurückzufahren, was von den Märkten als Abkehr von der Politik des billigen Geldes verstanden wurde. Auch zahlreiche Experten rechnen für 2019 mit einem allmählichen Anstieg der Zinsen. 

„Es entspricht einer realistischen Wahrnehmung, dass die Ära des extrem günstigen Geldes nicht mehr allzu lange anhalten wird.“ Michael Ost, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Bauspar AG

Bausparer rechnen eher mit steigenden Zinsen

Wie die Umfrage weiter zeigt, halten Bausparer einen Zinsanstieg für wahrscheinlicher als Befragte, die keinen Bausparvertrag besitzen. Bezogen auf die kommenden zehn Jahre rechnen 66 Prozent der Bausparer mit steigenden Zinsen, während es bei den Nicht-Bausparern lediglich 59 Prozent sind. Deutliche Unterschiede zeigen sich auch in Bezug auf die Altersgruppen: Steigende Zinsen halten 66 Prozent der Befragten zwischen 40 und 69 Jahren für wahrscheinlich, aber nur 55 Prozent der 18- bis 39-Jährigen.

Bei der Umfrage der Deutsche Bank Bauspar AG erklären 19 Prozent der Befragten, die bereits einen Bausparvertrag haben, es für wahrscheinlich oder sicher, dass sie in den nächsten zwölf Monaten einen weiteren Bausparvertrag abschließen werden. Bei den Nicht-Bausparern sind es lediglich sieben Prozent. Dabei sinkt mit steigendem Alter die Bereitschaft der Befragten, einen Bausparvertrag abzuschließen: In der jüngeren Altersgruppe planen dies 16 Prozent, während dies bei den über 40-Jährigen nur bei 8 Prozent der Fall ist. Bausparverträge hatten zuletzt an Beliebtheit eingebüßt.

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