ULI Experten fordern mehr Venture Capital

Um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, „müssen Städte künftig flexibler auf technologische und wirtschaftliche Veränderungen reagieren können“. Das sagte Tom Murphy, Senior Resident Fellow des ULI und Ex-Bürgermeister der US-Stadt Pittsburgh beim „ULI Urban Leader Forum 2016“ Anfang Dezember in Dortmund. Die städtische Förderung von Innovationen, vor allem der Zugang zu Venture Capital, sei entscheidend für den Erfolg, so Murphy weiter. Er hatte in seiner Amtszeit die Weichen für die zukunftsorientierte Umnutzung großer Industriebestände ermöglicht.

Heute wachsen zahlreiche Startups mit Pittsburgh, weil die Stadt Innovationen gefördert und vor allem der Zugang zu Venture Capital ermöglicht wurde, so Murphy. Genau an diesen Punkt müsse Europa aufholen, da hier im Vergleich zur Wirtschaftskraft der Zugang zu Venture Capital gering sei.

Wachstum von Venture Capital weltweit
Wachstum von Venture Capital weltweit

Technologien der Zukunft bereits heute greifbar

Auch was innovative Verkehrskonzepte betrifft, hat Pittsburgh die Nase vorn: In der Stadt sind schon jetzt mehr als 100 selbstfahrende Uber-Autos unterwegs. Und es geht noch deutlich mehr, sagte etwa Dr. Gereon Uerz, Zukunftsforscher des Ingenieurbüros Arup: Ob Algenbioreaktorfassade, Urban Gardening zur Selbstversorgung, Hoch-Effizienz-Einfamilienhäuser oder modulare Hochhäuser aus Holz, in denen Wohnungen per Drohnen ausgetauscht werden können.

Besonders die Bauindustrie wird sich dem hohen Tempo der Veränderung und innovativen Konzepten anpassen müssen: Arup hat errechnet, dass China in drei Jahren so viel Beton verbraucht hat, wie die USA im gesamten 20. Jahrhundert. Materialkreisläufe müssen überdacht werden und mit nachhaltigen Baustoffen ergänzt werden. Hier zeigt ein Blick in die Niederlande, wie selbstverständlich neue Wohnkonzepte oder eine hochwertige Modulbauweise bereits sind.

Schneller auf Herausforderungen der Digitalisierung reagieren

Wie technologische Veränderungen und Neuerungen gewinnbringend mit Stadtentwicklungsthemen kombiniert werden können, diskutierten Oberbürgermeister Horst Schneider (Stadt Offenbach), Silke Seidel (DSW21 & Borussia Dortmund GmbH), Rolf Buch (Vonovia SE), Michael O. Schmutzer (Design Offices), Alexander Ubach-Utermöhl (Blackprintpartners), Dr. Thomas Held (Analysen & Strategien) und Dr. Markus Wiedenmann (Art-Invest Real Estate). Alle Beteiligten hatten einen breiten Konsens darüber, dass Städte viel schneller auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren müssen.

Schlagworte zum Thema:  Innovation, Digitalisierung